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Google aktiviert den versteckten KI-Prozessor im Pixel 2

Dominik Schönleben 05.02.2018

Die Google-Smartphones Pixel 2 und 2 XL wurden mit einem speziellen KI-Prozessor ausgeliefert. Bis jetzt blieb die Hardware inaktiv. Mit dem nächsten Android-Update soll der Prozessor für bessere Fotos sorgen.

Als Google im Oktober 2017 seine neuen Smartphones Pixel 2 und 2 XL ankündigte, war eine zentrale Funktion der Pixel Visual Core Prozessor. Der sollte besonders gut für Machine-Learning-Algorithmen geeignet sein, also wenn es um Künstliche Intelligenz (KI) und den Sprachassistenten geht. Vor allem der Assistent sollte das wichtigste Verkaufsargument des Telefons werden. Als dann aber der Pixel-Nachfolger auf den Markt kam, fehlte die Leistung des Prozessors: Google hatte ihn deaktiviert.

Das soll sich jetzt mit dem nächsten Android-Update (Oreo 8.1) ändern. Die erste Aufgabe des Prozessors wird dann die Optimierung von Fotos sein. Bisher gab es die beste Fotoqualität des Pixel 2 nur in der offiziellen Kamera-App von Google. Mit dem Visual-Core-Prozessor wird HDR+ jetzt auch für andere Apps wie Snapchat, Instagram und Facebook verfügbar – zumindest, wenn deren Entwickler die Funktion einbauen.

Bei seinen HDR+-Aufnahmen nutzt Google einen Machine-Learning-Algorithmus, um mehrere Aufnahmen zu einem Foto zu verbinden. Bisher lief das über den regulären Prozessor des Telefons und lieferte gute Ergebnisse. Die Berechnungen jetzt in den Visual-Core-Prozessor auszulagern, soll laut Google zwei Vorteile bringen: Es soll schneller gehen und Akku sparen.

Exzellente Fotos sind derzeit noch immer eines der wichtigsten Argumente, wenn es darum geht, den Preis für ein Highend-Smartphones zu rechtfertigen. Den größten Unterschied zwischen einem 500- und einem 1000-Euro-Telefon macht meist die Kameraqualität aus. Es liegt also im Interesse von Google, die besseren Fotos auch in Apps von Drittanbietern freizuschalten, damit Käufer keine Enttäuschung erleben. Wie viele App-Entwickler jedoch das neue Feature nutzen werden, ist fragwürdig. Ein Beispiel: An der schlechten Qualität der Kamera-App von Facebook hat sich seit Jahren nichts getan.

„Desto mehr Anwendungen den Pixel Visual Core verwenden, desto besser wird das Pixel 2“, sagt Google Ingenieur Ofer Shacham. Google öffnet das System also auch, damit der Algorithmus lernen kann, noch bessere Fotos zusammenzusetzen. Derzeit ist das Pixel 2 etwa gleichauf mit dem iPhone X, wenn es um die Qualität der Bilder geht. Während das Samsung Galaxy S8 leicht dahinterliegt. Eine kleine Verbesserung Software-seitig könnte da nachträglich die entscheidende Verbesserung bringen.