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Die 8 Highlights von der Präsentation des Google Pixel 2

Dominik Schönleben 04.10.2017 Lesezeit 7 Min

Google hat am Abend nicht nur den erwarteten Nachfolger für sein Pixel-Smartphone vorgestellt, sondern auch viele weitere Geräte. Darunter einen größeren Google-Home-Lautsprecher, eine Kamera und Augmented-Reality-Emojis.

Als Google-Chef Sundar Pichai auf die Bühne tritt, wird schon nach wenigen Worten klar, um was es an dem Abend gehen wird. „Wir bilden die Speerspitze bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz“, sagt Pichai. Er spricht natürlich von Google Assistant, der zumindest auf Englisch 100 Millionen neue Antworten gelernt haben soll. In fast jedem Produkt, das an diesem Abend vorgestellt wird, spielt der Sprachassistent eine Rolle.

Google Pixel 2 und 2 XL setzt auf den Assistenten

Das Google Pixel XL 2

Die zweite Version von Googles Pixel-Smartphone war keine große Überraschung. Bereits in den Tagen vor der Präsentation waren nicht nur Fotos, sondern auch die Hardware-Details bekannt geworden. Beide Geräte sind im Inneren identisch und haben einen schnelleren Prozesser als die Vorgängermodelle. Aber dass der nicht mehr entscheidend ist, hat auch Google gemerkt: „Moore's Law ist eine Idee der Vergangenheit“, sagt Googles Hardware-Chef Rick Osterloh. „Deswegen gehen wir in eine neue Richtung.“ Es sei nicht mehr entscheidend, welche technischen Daten ein Telefon habe, sondern wie gut die Künstliche Intelligenz in seinem Inneren sei.

Der Google Assistant wird über das Zusammendrücken des Telefons aktiviert. Das soll den Zugriff noch einfacher machen und war im ersten Hands-on auch überraschend angenehm. Auf jeden Fall ist es besser, als immer „Ok Google“ zu sagen. Außerdem soll die Funktion problemlos mit einer Schutzhülle aktiviert werden können.

Die Rückseite des Google Pixel 2 XL (links) und des Google Pixel 2

Die kleinere 12,7-Zentimeter-Variante des Pixel 2 sieht nahezu identisch wie die Vorgängerversion aus, der einzige optische Unterschied sind stärker abgerundete Kanten. Und damit besitzt das Telefon auch einen überraschend großen Rahmen an der Unterseite. Die größere XL-Variante mit einer Bildschirmdiagonale von 15,2 Zentimetern erinnert an das Galaxy S8. Mit dem nahezu randlosen Display des iPhone X kann das neue Pixel XL jedoch nicht mithalten.

Die Kamera des Pixel wird einen Portrait-Modus haben, der automatisch über einen Sensor den Hintergrund unscharf macht, ähnlich wie beim aktuellen iPhone oder dem Galaxy S8. Dazu kommt ein Always-on-Display. Dort wird neben der üblichen Nachrichten auch angezeigt, welcher Song gerade im Hintergrund läuft. Also nicht das Lied, das vom Telefon abgespielt wird, sondern der Song, der im Raum zu hören ist. Diese Funktion nennt Google Now Playing und dafür ist keine Internetverbindung nötig. Die Datenbank für die Lieder befindet sich direkt auf dem Telefon.

Es wird das kleinere Pixel in den Farben Blau, Schwarz und Weiß zum Preis von 799 Euro geben. Das Pixel XL kostet noch mal 140 Euro mehr (949 Euro) und ist in Weiß und einer zweifarbigen schwarz-weißen Variante verfügbar. Vorbestellt werden kann es ab sofort auch in Deutschland. Jedoch gibt es bereits jetzt eine Warteliste. Es gilt wohl, was auch schon für das erste Pixel galt und das Rick Osterloh an diesem Abend gut zusammenfasst: „Ich wünschte, wir hätten mehr von ihnen gehabt.“

Google Lens

Dominik Schönleben

Eine weitere neue Funktion des Assistenten auf dem Google Pixel ist Lens. Durch das Drücken eines Buttons in der Kamera-App kann die Künstliche Intelligenz ermitteln, was auf dem Foto zu sehen ist. Beispielsweise werden Webseiten oder E-Mail-Adressen ausgelesen. Aber auch Filme, Bücher oder berühmte Gebäude werden erkannt. Die Funktion erinert an eine ältere App von Google namens Goggles, die erkennen sollte, was auf einem Bild zu sehen ist. Das funktionierte damals eher schlecht als recht. Moderne Bildanalyse-Software und Künstliche Intelligenz sollen jetzt den Unterschied ausmachen.

AR Emoji

Google arbeite immer noch an seiner AR-Plattform Tango. Exklusiv für das Pixel wird es Augmented-Reality-Emojis geben. Das sind Animationen, die in Bildern bereits während des Fotografierens eingefügt werden können und die dann auf die Umgebung reagieren sollen. Mit dabei ist beispielsweise ein Demigorgon aus Stranger Things, aber auch Emojis mit Star-Wars-Charakteren. Das erinnert ein wenig an Pokémon Go, nur, dass man die Monster selbst im Bild platzieren kann.

Google Daydream View

Googles VR-Brille wird ein Update bekommen. Die Brille erhält eine neues Aussehen und wird im Preis gesenkt. Statt über 100 Euro wird die Brille nur noch 69 Euro kosten und ein bisschen kompakter sein.

Ein Headset mit Live-Übersetzung

Pixel Buds

Passend zum Pixel kommen die In-Ear-Kopfhörer Pixel Buds. Auch in die neuen Kopfhörer von Google ist der Assistent eingebaut. Über das Tippen auf das rechte Earpiece wird er aktiviert. Die Implementierung war erwartbar, da mehr und mehr Headsets mit dieser Funktion veröffentlicht werden, wie zum Beispiel der QuietComfort 2 von Bose.

Beeindruckend war in der Präsentation eine Funktion, die es erlaubt, mit den Pixel Buds live ein Gespräch zu übersetzen. Wenn der Besitzer der In-Ears spricht, wird das, was er sagt, durch Google Translate geschickt und über die Lautsprecher des Smartphones wiedergegeben. Die Antworten des Gesprächspartners werden ebenfalls übersetzt und über die Kopfhörer wiedergegeben. Insgesamt in 40 Sprachen wird es diese Funktion geben.

Die Pixel Buds sollen eine Akkulaufzeit von fünf Stunden haben. Mit ihrem eigenen Lade-Case sollen es insgesamt 24 Stunden Laufzeit sein. Die In-Ear-Kopfhörer werden in Weiß, Blau und Schwarz zum Preis von 179 Euro verfügbar sein.

Google Home erkennt seine Nutzer und wird kinderfreundlich

In den USA gibt es bereits seit einiger Zeit die Funktion Voicematch. Damit erkennt Google Assistant die Stimme des Sprechers und reagiert dementsprechend. Zum Beispiel zeigt er nur den Kalender des jeweiligen Nutzers an, der mit diesem Google Account verknüpft ist. Zusätzlich können Kinder-Accounts für Google Home angelegt werden. Vor allem für Familien und WGs könnte diese Funktion praktisch sein.

Neu ist, dass Telefonanrufe direkt über Google Home gemacht werden können. Nicht nur Telefonnummern können angerufen werden, sondern auch andere Geräte im selben Haushalt. Dabei kann auch eine Nachricht vom Telefon auf einen bestimmten Lautsprecher gesendet werden. Diese könnten dann zum Beispiel nur die Kinder im Kinderzimmer hören, obwohl man gerade unterwegs beim Einkaufen ist. 

Google Home Mini und Max

Google Home Max

Nicht nur neue Funktionen, sondern auch neue Geräte will Google veröffentlichen. Die größte Überraschung des Events war der Google Home Max. Über den neuen Google-Home-Lautsprecher war im Vorfeld nichts bekannt geworden. Home Max soll der größte und lauteste Speaker von Google werden. Der Stereolautsprecher des Max soll 20 Prozent lauter als ein regulärer Google Home sein. Durch eine neue Funktion namens Smart Sound soll sich der Ton außerdem an den Raum anpassen können. Die Funktion zieht nicht nur Möbel in Betracht für den optimalen Sound, sondern auch die Tageszeit oder die eigenen Gewohnheiten. Morgens wird Musik etwa leiser abgespielt, wenn der Nutzer um diese Zeit die Lautstärke immer heruntergeregelt hat.

Der Max wird Googles erster Lautsprecher mit einem Klinkenanschluss sein. Er wird 399 Dollar kosten (umgerechnet 340 Euro) und soll im Dezember in den USA erscheinen. Erst Anfang 2018 kommt er in andere Länder. Vermutlich auch nach Deutschland.

Google Home Mini

Der Erfolg des Minilautsprechers Echo Dot von Amazon muss Google außerdem dazu inspiriert haben, ein ähnliches Gerät zu entwickeln. Der kleine Lautsprecher von Google heißt Home Mini und sieht aus wie ein Nadelkissen mit vier LEDs unter dem Stoff. „Und er wird weniger als ein ausgewachsenes Streifenhörnchen wiegen”, verkündet Google während der Präsentation. Der Mini hat 360-Grad-Sound und wird in den Farben Rot, Schwarz und Grau zum Preis von 49 Dollar erscheinen (rund 40 Euro). Jeder Vorbesteller des Pixel-Telefons wird den Speaker gratis dazubekommen.

Einkaufen über den Google Assistant

Bisher war es nicht möglich, über den Google Assistant einzukaufen. Hier war Amazon mit dem eigenen Sprachassistenten Alexa etwas voraus. Das ändert sich jetzt durch Actions. Ähnlich wie schon bei den Skills von Alexa, können Drittanbieter eigene Actions für den Google Assistant schreiben. Der Berliner Onlinehändler Zalando gehört zu den Launch-Partnern und bietet eine Action an, mit der Geschenke für Freunde per Sprachbefehl bestellt werden können. Ein Chatbot von Zalando stellt mit der Stimme von Googles Sprachassistenten einige Fragen und macht einen Vorschlag für das Geschenk. Veröffentlicht wird der Geschenke-Bot von Zalando im Oktober. Um ihn zu benutzen ist jedoch ein Smartphone notwendig. Allein die Stimme des Nutzers reicht für die Bestellung nicht aus, wie es bei Amazon der Fall ist.