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20 intelligente Horror-Games für die dunklen Stunden an Halloween

Michael Förtsch 31.10.2018 Lesezeit 15 Min

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November ist Halloween. Der Abend, an dem Geister, Dämonen und Zombies ihr Unwesen auf den Straßen treiben – oder zumindest Kinder, die als solche verkleidet sind. Ein perfekter Anlass, um es sich vor dem Bildschirm gemütlich zu machen und einige Games anzugehen, die einem wirklich clever und gekonnt das Fürchten lehren.

Nicht den US-Amerikanern, sondern den Kelten haben wir das gruselige Halloween-Fest ursprünglich zu verdanken. Das glauben jedenfalls viele Historiker. Zu Samhain, der Nacht auf den 1. November, so dachten die Heiden, sei der Raum zwischen den Welten nämlich besonders dünn. Die Toten und Jenseitigen könnten dann in die Menschenwelt treten. Um die bösen Geister fernzuhalten, brachten sie dem Totengott Cromm Cruach blutige Opfer dar und verkleideten sich angeblich als grausige Kreaturen.

Wo auch immer der Brauch herkommt: Seit einigen Jahren hat sich Halloween jedenfalls auch in Deutschland eine Daseinsberechtigung erkämpft. Passend dazu erleben Angst und Grusel auch im Videospiel eine Renaissance – denn wie auch Horror-Filme waren auch Horror-Games lange totgesagt.

Dabei blicken wir hier jedoch nicht auf – durchaus großartige und spielenswerte – Blockbuster-Horror-Werke wie Resident Evil 7, The Evil Within oder Alien: Isolation. Denn es sind zuvorderst kreative Indie-Entwickler und kleine Studios aus aller Welt, die das Grusel- und Gänsehaut-Genre auf immer neue Art und Weise reanimieren. Und das ziemlich gekonnt: Horror bedeutet bei ihnen nicht mehr nur Schockeffekte, Kettensägen, Zombies, Geister und Blut. Stattdessen dringen die neuen Schauer-Werke in unsere Psyche, spielen mit unserer Wahrnehmung, quälen mit Ungewissheiten, verkehren heile in morbide Welten und beweisen dabei auch noch Stil. Damit lassen sie uns digitale Furcht aus gänzlich neuen Perspektiven erleben. Intelligent, clever, witzig und mutig ist der moderne Gaming-Horror.

WIRED hat deswegen einige der besten Games für die dunklen Stunden zu Halloween ausgewählt:

Home

Auf den ersten Blick wirkt Home mit seinem sanften Pixel-Look eher süß als schaurig. Doch schon nach wenigen Minuten im Spiel ändert sich das. Als Namenloser erkundet man darin nämlich aus Seitenperspektive während eines Gewitters ein altes Anwesen. Verstümmelte Leichen, verrammelte Türen und die eigene Identität geben Rätsel auf. Vor allem schafft es der Indie-Entwickler Benjamin Rivers hier, mit minimalistischer 2D-Optik, sachten Andeutungen, der Erwartungshaltung des Spielers und einer geradezu virtuosen Geräuschkulisse, eine zum zerreißen gespannte Atmosphäre zu schaffen. Ein kleines Meisterwerk.

Home ist für PC, Playstation 4, PS Vita, Mac, und iOS-Geräte erhältlich.

SEPTEMBER 1999

Gerade einmal fünf Minuten braucht das erst kürzlich veröffentlichte SEPTEMBER 1999, um seine Spieler zu verstören, zu verunsichern und ins Grübeln zubringen. Das kostenfreie Horror-Experiment versucht – und zwar erfolgreich – eine spielbare Fassung von Found-Footage-Horrorfilmen wie Blair Witch, Paranormal Activity oder The Tunnel nachzustellen. Mit einer Handkamera geht der Spieler durch ein verrammeltes Appartement, das zunächst spartanisch aber sonst normal wirkt. Aber mit jedem Zeitsprung auf einen späteren Tag wird die Szenerie unheimlicher. Blut, Kettensäge und Blaulicht inklusive.

SEPTEMBER 1999 ist für PC erhältlich.

SOMA

Irgendetwas ist in der Tiefsee-Forschungsstation PATHOS-2 gründlich schief gegangen. Denn als Simon, das Alter-Ego des Spielers, dort erwacht, scheint das metallene Ungetüm ziemlich abgewrackt. Zudem verhalten sich die Maschinen der Anlage merkwürdig. Roboter behaupten felsenfest, sie wären Menschen und bizarre Kreaturen patrouillieren kreischend durch die Gänge. Das Werk der Amnesia-Entwickler verstört, überrascht und lässt um das Leben des Helden fürchten. Denn meist ist allein Flucht der Weg zur Rettung. Aber vor allem lässt das Spiel immer wieder am eigenen Verstand und der Wahrhaftigkeit des Geschehens zweifeln. SOMA ist ein intelligenter Horror-Trip, in dem nichts ist, wie es scheint.

SOMA ist für PC, Mac und Playstation 4 erhältlich.

White Night

Eigentlich ist White Night ein klassisches Survival-Horror-Game in der Tradition der alten Resident-Evil- und Alone-in-the-Dark-Videospiele. Aber dann auch wieder nicht. Denn der Held mit Schlapphut, der sich nach einem Unfall eingesperrt in einer Villa wiederfindet, sucht vergebens nach Pistole, Schrotflinte oder Kettensäge. Allein Streichhölzer führen durch das komplett in Schwarz und Weiß gehaltene Gruselhaus, das Geister, Mörder und andere Schock-Klischees bereithält. Doch werden diese nicht als billige Schreckgestalten inszeniert, sondern abstrakt und gekonnt dekonstruiert.

White Night ist für PC, Mac, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.

Everybody's Gone to the Rapture

Zugegeben, klassischen Horror sucht man in Everybody's Gone to the Rapture vergebens. Doch ist das letzte Abenteuer der Entwickler von Dear Esther auf seine eigene Weise düster und erschreckend — mehr als es anfangs scheint. Denn der Spieler findet sich mutterseelenallein in der britischen Grafschaft Shropshire wieder. Gemächlich wird die ländliche Umgebung erkundet, um herauszufinden, was vorgefallen ist. Dabei begegnet man leuchtenden Echos der verschwundenen Mitmenschen, bizarren Bällen aus Licht und anderen Phänomen, die sich mosaikartig zu einer Geschichte über das Ende der Welt zusammenfügen.

Everybody's Gone to the Rapture ist für Playstation 4 und PC erhältlich.

OK/NORMAL

Okay, normal ist an OK/NORMAL nun wirklich sehr wenig. Denn dabei handelt es sich um eine surreale Videospielerfahrung, die tatsächlich ihresgleichen sucht. Der Spieler steuert hier eine schwebende Statue durch immer bizarrer werdende Level aus farbigen Bändern und verzerrten Räumen, die von flackernden Sequenzen unterbrochen werden. Es gibt keine wirkliche Story aber dennoch läuft das skurrile Geschehen auf etwas hinaus, das erschauern lässt. OK/NORMAL gleicht damit einer psychedelischen Drogenvision oder einem geisteszerrüttenden Fiebertraum der frühen PlayStation-1- und Sega-Mega-Drive-3D-Games und lässt auch an dunkle Videospiel-Mythen wie Polybius, The Tails Doll Curse und Sad Satan denken.

OK/NORMAL ist für PC erhältlich.

Among the Sleep

In diesem Indie-Titel präsentiert sich Furcht wahrlich aus einer neuen Perspektive: aus der eines zweijährigen Kindes im Strampelanzug, dessen bester Freund, ein Teddy, eines Nachts von einem dunklen Wesen entführt wird. So macht sich der Spieler aus der Sicht des kleinen Jungen auf, den kuscheligen Kumpanen zu retten. Dabei zeigt sich, wie bedrohlich und unwirklich doch ein Wohnzimmer, eine Waschmaschine oder die eigene Mutter sein können. Raffiniert spielen die Designer des Krillbite Studio dafür mit Licht, Schatten und Größenverhältnissen. Among the Sleep ist eine intelligente Parabel auf die Kindheit, die Wahrnehmung und den Schrecken, der dem normalen Familienalltag innewohnen kann.

Among the Sleep ist für PC, Mac, PlayStation 4 und Xbox One erhältlich.

Stories Untold

Im Jahre 2016 hatte der Entwickler Jon McKellan mit The House Abandon ein modernes Text-Adventure geschaffen. In dem spielt der Spieler auf einem virtuellen 80er-Jahre-Rechner ein fiktives Text-Abenteuer gleichen Namens, in dem ein altes Spukhaus erforscht wird. Dabei gleiten die Realität und das Text-Adventure-im-Text-Adventure auf gruselige Art ineinander. Mit Stories Untold hat McKellan zwischenzeitlich mit einigen Kollegen eine ganze Sammlung derartiger Games veröffentlicht, in denen der Spieler an fiktiven Rechnern und Wissenschaftsgeräten arbeitet, die stets auf einen cleveren Grusel- und Horror-Twist hinauslaufen.

Stories Untold ist für PC und Mac erhältlich.

The Vanishing of Ethan Carter

Schon vor langer Zeit hat sich der übersinnliche Privatermittler Paul Prospero zur Ruhe gesetzt. Als er allerdings den Brief eines Jungen bekommt, der wenig später verschwindet, kehrt er in den Job zurück. Etwas Furchtbares, so fühlt er, braut sich im pittoresken Red Creed Valley zusammen. So schön dessen Waldlandschaft nämlich auch ist, so grausig ist es, was der Spieler dort erleben muss. Brutale Morde haben sich ereignet. Durch das Lösen von Rätseln kann der Spieler Visionen dieser Todesfälle heraufbeschwören, sie aufklären und so nach und nach die Puzzleteile eines großen und sehr bedrohlichen Ganzen kombinieren. Ruhig, blutig und gleichsam bezaubernd gestaltet sich diese Odyssee in The Vanishing of Ethan Carter.

The Vanishing of Ethan Carter ist für PC, Playstation 4 und Xbox One erhältlich.

Doki Doki Doki Literature Club!

Ja, schon klar, was haben diese Manga-Mädchen mit ihren kurzen Röcken mit Horror zu tun? So einiges. Doki Doki Literature Club! von Entwickler Dan Salvato ist nämlich nur oberflächlich einer dieser bizarren Japan-Dating-Simulatoren. Der Spieler tritt einem Buchclub bei und bestreitet Dialoge, Schreib- und Minispiele, um mit den weiblichen Mitgliedern anzubandeln. Das ist drollig und hochnotalbern. Jedoch kommt es – ohne zu viel zu verraten – zu einem Moment, da plötzlich alles umschlägt und die zuckerwattige in eine morbide und geradezu derangierende Atmosphäre umschlägt, die über das eigentliche Spielgeschehen hinauswächst – und dadurch brutal und eiskalt erwischt. Das ist genial, absurd und wirklicher Grusel.

Doki Doki Doki Literature Club! ist für PC erhältlich.

Outlast

Eine aufgegebene Irrenanstalt, ein ehrgeiziger Journalist und eine Videokamera. Es ist eigentlich ziemlich klar, worauf das hinausläuft. Und tatsächlich wird der Spieler in Outlast bald von wahnsinnigen Patienten und entstellten Mutanten gejagt, die mit Hackebeilen, Messern und bloßen Händen hinter ihm her sind. Waffen zur Verteidigung? Gibt es nicht. Stattdessen wird gerannt und unter Betten und Tische geflüchtet. Die Geschwindigkeit, die Schockmomente und pure Angst lassen hier wirklich das Herz rasen. Damit ist dieses Game quasi das spielbare Gegenstück zu Found-Footage-Filmen wie Rec und Blair Witch. Im April 2017 erschien auch bereits Outlast 2, in dem ein Reporter seine Freundin aus den Fängen einer irren Weltuntergangssekte retten will. Leider kann der Nachfolger nicht ganz mit dem Original mithalten.

Outlast ist für PC, Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.

The Last Door

Nicht um harten Horror, sondern um gepflegten Schauer à la Edgar Allan Poe und H.P. Lovecraft geht es in The Last Door. Das Spiel sieht mit seiner Pixeloptik nicht nur aus wie ein Adventure aus Zak-McKracken- und Kings‘s-Quest-Zeiten, sondern spielt sich auch so. In einzelnen Episoden spürt der Spieler als Jeremiah Devitt in Herrenhäusern, Friedhöfen und den Londoner Straßen dem Schicksal seiner Jugendfreunde nach. Dabei stößt er auf das Treiben einer mythischen Geheimgesellschaft. Schnell entspinnt sich eine Geschichte um Wahnsinn, Psychoterror und Angst, die man dem Game mit seinem niedlichen Neunziger-Jahre-Flair eigentlich gar nicht zugetraut hätte.

The Last Door ist für PC, Mac, iOS, Android und Windows Phone erhältlich.

Visage

Vor vier Jahren hatte der Videospiel-Designer Hideo Kojima mit P.T. einen spielbaren Trailer für das Horror-Game Silent Hills veröffentlicht, der begeisterte und verängstigte. Dann zerstritt sich Kojima mit Hersteller Konami: Silent Hills erschien daher nie und P.T. ist nicht mehr herunterladbar. Seitdem haben zahlreiche Games versucht, an den Stil von P.T. anzuschließen. Mit am erfolgreichsten ist dabei Visage, das den Spieler in ein verfluchtes Mordhaus sperrt. Aus Ego-Sicht werden äußerst fotorealistischen Räume ohne Waffen oder Möglichkeit zur Gegenwehr erkundet, wobei immer wieder Geräusche, zuschlagende Türen und schemenhafte Gestalten aufschrecken und flüchten lassen. Das grenzt an Psychoterror. Noch ist Visage in der Early-Access-Phase und damit unfertig aber schon gut spielbar.

Visage ist für PC erhältlich.

Conarium

Der Wissenschaftler Frank Gilman weiß nicht mehr, was passiert ist, als er auf einer Pritsche in der Upuaut-Station am Südpol erwacht. Seine Kollegen sind verschwunden, der Strom ist ausgefallen und er trägt einen Handschuh mit einem bizarren Gerät darauf. In der Manier von Gone Home führt der Spieler daher den Forscher durch die verlassene Basis und wenig später hinein in eine antike Tempelanlage und hinab in feuchte Höhlenschächte – wobei Gilman immer wieder von seltsamen Visionen heimgesucht wird. Conarium schafft es, eine mysteriöse und sinistre Kulisse zu erschaffen und mit einem zu lösenden Geheimnis zu faszinieren – wofür sich die Macher von Das Ding aus einer anderen Welt und H.P. Lovecrafts Berge des Wahnsinns inspirieren ließen.

Conarium ist für PC, Mac, PlayStation 4 und Xbox One erhältlich.

Silence of the Sleep

Jacob Reeves hat jeglichen Lebenswillen verloren. Deswegen stürzt er sich von einer Klippe. Allerdings wacht er anschließend in einer düster-depressiven Jenseitswelt auf, die von schattenhaften Figuren und fahlen Charakteren bewohnt ist. Gemächlich und begleitet von sphärischen Klängen ist es in dem 2D-Abenteuer des finnischen Spielemachers Jesse Makkonen das Ziel, mittels Puzzles und zahlreichen Gesprächen herauszufinden, wo Jacob hier eigentlich gelandet ist. Und wie er dem albtraumhaften Ort wieder entkommen kann. Ein avantgardistisches und ebenso gruseliges Spiele-Experiment.

Silence of the Sleep ist für PC erhältlich.

One Late Night

Viele kennen das wahrscheinlich: Der Tag war zu kurz. Aber es liegt noch Arbeit an. Also bleibt man etwas länger im Büro. Nach und nach gehen die Kollegen – und plötzlich ist man alleine. So geht es auch dem Grafiker im kostenlosen Game One Late Night. Anfangs ist alles okay. Doch bald passieren merkwürdige Dinge. Lichter flackern, Geräusche tönen durch die menschenleeren Gänge. Einbildung? Wer weiß. Also besser mal nachschauen. Wie sich zeigt, ist das Büro nicht so verlassen, wie gedacht. Prompt entfaltet sich ein kurzes aber intensives Gruselerlebnis mit dichter Atmosphäre und bizarrem Ende. Leider kann der Nachfolger One Late Night: Deadline dem kostenfreien Original nicht das Wasser reichen.

One Late Night ist für PC erhältlich.

Horns of Fear

Der Reporter Jim Sonrimor war schon immer von paranormalen Phänomenen fasziniert. Als er eingeladen wird, ein Geisterhaus zu besuchen, zögert er daher nicht lange. Denn er hat schließlich auch nichts anderes zu tun – war er doch gerade von Frau und Tochter verlassen worden. Wenig später darf der Spieler sowohl aus Vogelperspektive als auch Seitenansicht das grafisch eigenwillig gezeichnete Anwesen erforschen. Daneben müssen jede Menge kleine Rätsel gelöst, bizarre Horror-Bilder entschlüsselt und Gespräche geführt werden. Die Ein-Mann-Produktion Horns of Fear hat viele Ecken und Kanten, scheitert daran mit seinen Twists zu überraschen aber schafft es trotzdem, in seine depressiv-entrückte Welt zu ziehen.

Horns of Fear ist für PC erhältlich.

Home Sweet Home

Von einem Tag auf den anderen war Tims Ehefrau Jane verschwunden. Seine Suche? Erfolglos. Doch dann erwacht er in einem labyrinthartigen Häuserkomplex. Eine vertraute Stimme ruft seinen Namen. Daraufhin liegt's am Spieler, die Korridore und Räume zu erkunden. Die scheinen sich unendlich dahin zu ziehen, lassen jegliche Fenster vermissen, aber sind dennoch wie Wohnungen eingerichtet. Dazu bieten sie fiesen Geistern ein zu Hause. Und die entspringen der thailändischen Sagen- und Mythenwelt. Denn Home Sweet Home ist das Debütwerk der Yggdrazil Group aus Bangkok, einer thailändischen Firma, die eigentlich an Special Effects für Filme, Werbeclips und TV-Produktionen arbeitet – und damit trotz vertrautem Spielfluss auch erfrischend anders.

Home Sweet Home ist für PC, PlayStation 4 und Xbox One erhältlich und unterstützt Oculus Rift und PSVR.

Edge of Nowhere

Der Roman Berge des Wahnsinns – der auch Conarium inspirierte – gehört mit zu den bekanntesten Werken von H.P. Lovecraft. Und das nicht umsonst. Mit Edge of Nowhere hat das Ratchet-&-Clank- und Spider-Man-Studio Insomniac versucht, dessen gruselige Essenz in einen spielbares VR-Abenteuer zu übertragen. Aus Third-Person-Sicht lenkt der Spieler Victor Howard, der sich aufmacht, herauszufinden, was mit einer verschollenen Antarktisexpedition passiert ist. Dafür müssen Klippen übersprungen und Steilwände erklommen werden, was immer tiefer ins eisige Niemandsland führt. Schon bald lassen sich dort – zunächst aus dem Augenwinkel – ominöse Schatten erspähen. Wenig später sind grausige Kreaturen hinter dem Abenteurer her, die mit Gewehr und Pistole abgewehrt werden müssen.

Edge of Nowhere ist für PC erhältlich und setzt eine Oculus Rift voraus.

Layers of Fear

Das kleine Studio Bloober Team hat mit Layers of Fear eines der erschreckendsten Games der letzten Jahre geschaffen. Denn der Spieler führt hier einen großen aber dem Irrsinn anheimfallenden Künstler durch sein Heim – nachdem seine Frau, die bei einem Brand entstellt wurde, Selbstmord begangen hat. Wunderschöne Bilder vor ihr verwandeln sich in abschreckende Fratzen. Ratten scheinen das Haus heimzusuchen – aber verschwinden wieder von einer Sekunde auf die andere. Und wo gerade noch ein Durchgang war, steht plötzlich eine Wand. Layers of Fear spielt mit dem Geist des Spielers, streut Unsicherheiten und lässt ihn an seiner Wahrnehmung zweifeln. Das ist intelligent, clever und grandios inszeniert. Das gleiche gilt auch für den VR-Ableger Layers of Fear: Solitude, der für Google DayDream zu haben ist.

Layers of Fear ist für PC, Mac, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.

Friday the 13th: The Game

Okay, Friday the 13th: The Game ist auf den ersten Blick weder sonderlich clever noch intelligent. Aber herrlich trashig und spaßig ist es schon – und spannend. Denn in dem zu Beginn per Kickstarter finanzierten Multiplayer-Titel übernehmen die Spieler die Rollen der armen Teenager, die am Camp Crystal Lake, der Packanack Lodge und anderen Orten aus der Macheten-Killer-Saga einige laue Tage verbringen wollen. Diese müssen zusammenarbeiten um dem Maskenträgers Jason Voorhees zu entkommen. Der wird von einem weiteren Spieler übernommen, der zuvor ausgelost wurde – und einige Vorteile genießt. Denn Jason verfügt etwa über Infrarotsicht und Teleport-Fähigkeiten, um seine Oper aufzuspüren und zu überraschen. Leider macht dem Entwicklerteam gerade ein Rechtsstreit zu schaffen, der der Weiterentwicklung große Steine in den Weg legt.

Friday the 13th: The Game ist für PC, PlayStation 4 und Xbox One erhältlich.

Call of Cthulhu

Alte Götter, kosmische Wesenheiten und böse Bücher, die einem Menschen den Verstand rauben können. Dafür stehen H.P. Lovecraft und sein Cthulhu-Mythos – und all das wird dem Spieler auch in Call of Cthulhu ereilen. Als Privatermittler Edward Pierce soll er 1924 auf einer abgelegenen Insel das Ableben der Hawkins-Familie aufklären. Dafür werden Gespräche geführt, Hinweise gesammelt und Rollenspiel-gleich Detektiv-Fähigkeiten ausgebaut. Dabei wird schnell klar, dass ein Kult und widerwärtige Kreaturen auf dem einsamen Eiland herrschen. Beide machen nicht nur armen Walen und anderen Meeresbewohnern zu schaffen, sondern lassen Pierce auch Dinge sehen und erfahren, die nicht von dieser Welt sein können. Das ist unheimlich, gekonnt inszeniert und kann den Spieler auch an den eigenen Sinnen zweifeln lassen.

Call of Cthulhu ist für PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch erhältlich.