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Trump-Strategen zweifeln an der Macht von Cambridge Analytica

Timo Brücken 17.02.2017

Das Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica soll Donald Trump mit präzisen Wählerprofilen zum Sieg verholfen haben. Eine Sichtweise, die mit der Zeit immer mehr Risse bekommen hat. Diesmal kommen die Angriffe sogar aus dem Lager des US-Präsidenten selbst.

Mit der Schlagzeile „Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt“ begann im Dezember der Hype um Cambridge Analytica (CA). Die obskure britische Agentur habe Donald Trump zum Wahlsieg verholfen, hieß es. Mit Hilfe von Online-Persönlichkeitsprofilen und entsprechendem Targeting habe sie die Wähler manipuliert. Ein vermeintlicher Datenzauber, der die schlimmsten Albträume von Datenschützern zu bestätigen schien und eine bis dato unbedeutende Firma weltweit bekannt machte.

Cambridge Analytica wehrte sich gegen Vorwürfe, prahlte aber auch mit den Berichten über das eigene Produkt und kündigte an, gern auch für deutsche Parteien arbeiten zu wollen. Dann aber tauchten die ersten kritischen Stimmen auf. Es gab Zweifel, ob CA überhaupt liefern konnte, was es versprach. Hatte die allgemeine Hysterie um Social Bots, Fake News und Co. dem Unternehmen eine Macht angedichtet, die es gar nicht hatte?

BuzzFeed hat nun mit 13 ehemaligen Wahlkämpfern, Mitarbeitern und Digitalstrategen der Trump-Kampagne und der US-Republikaner gesprochen, die CA in Aktion gesehen haben wollen. Sie sind ganz und gar nicht überzeugt von den Diensten der Firma. Diese habe nie einen Beweis dafür liefern können, dass ihr viel umworbener sogenannter psychographischer Ansatz auch wirklich funktioniere, sagen die Insider. Das Trump-Lager habe diesen auch nie eingesetzt.

„Wann immer wir irgendetwas in Richtung Psychographie testen wollten, wurden sie sehr kleinlaut“, sagte ein Ex-Kampagnenmitarbeiter laut BuzzFeed. „Zu keinem Zeitpunkt konnten sie uns Dokumentation liefern, dass es funktioniert.“ Mehr noch: Auf einer Konferenz republikanischer Datenagenturen habe Cambridge-Produktchef Matt Oczkowski sogar zugegeben, den psychographischen Ansatz während des Trump-Wahlkamps nie angewandt zu haben, sagten zwei Personen, die im Publikum saßen. „Es gibt viel Quacksalberei bei dieser Datenarbeit“, fasste ein Berater der Republikaner die Kritik zusammen.

Alle Quellen wollten laut BuzzFeed anonym bleiben. Grund dafür sei die Angst vor hochrangigen Vertretern der Firma, etwa Vorstandsmitglied und Trump- Chefstratege Steve Bannon oder Rebekah Mercer, eine der größten Spenderinnen für den republikanischen Wahlkampf.

„Die Geschichte um Cambridge Analytica scheint ein Teil des traditionellen Wettbewerbs zwischen Beratern siegreicher Wahlkampagnen zu sein, ihren Teil der Anerkennung zu beanspruchen – und so neue Kunden zu gewinnen“, schreibt Kendall Taggart, die Autorin des BuzzFeed-Artikels. Vor diesem Hintergrund muss man wohl nicht nur die Prahlereien von CA verstehen, sondern auch die neuerlichen Angriffe der republikanischen Kampagnenmanager. Viele von ihnen sitzen immerhin in konkurrierenden Agenturen.

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