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Wird gerade der Kurs von Bitcoin manipuliert?

Michael Förtsch 24.05.2018 Lesezeit 2 Min

Der Kurs von Bitcoin rauscht nach unten. Die Kryptowährung hat sei Anfang Mai über 2.000 Euro an Wert verloren. US-Behörden wittern mittlerweile eine gezielte Manipulation und haben eine Untersuchung eingeleitet.

Dass der Kurs von Bitcoin und anderen Kryptowährung ziemlich volatil ist, das ist mittlerweile mehr als bekannt. In der Vergangenheit ist der Wert von Bitcoin schon mehrfach rapide gestiegen und auch wieder eingebrochen. Zumeist als Reaktion auf Ereignisse wie die Pleite von Mt.Gox oder politische Entscheidungen. Nach dem sich Bitcoin zuletzt nun aber um einen stabilen Wert um 8.000 bis 9.000 Euro bewegte, ist der Kurs seit Anfang Mai ruckartig auf zunächst 7.000 und dann 6.500 Euro gerutscht. Seit Donnerstag 7:00 Uhr verlor Bitcoin dann plötzlich nochmal über 300 Euro an Wert. Andere Kryptowährung wie Litecoin, Ether, EOS, IOTA und Ripple folgten einer ähnlichen Kurve.

Könnten derartige Schwankungen künstlich hervorgerufen sein – und Händler diese gezielt manipulieren? Genau das, so melden derzeit US-Medien, will nun das Justizministerium der Vereinigten Staaten herausfinden. Dabei soll vor allem möglichen Praktiken nachgespürt werden, durch die Händler zahlreiche Investoren zum Kauf oder Verkauf verführen könnten. Darunter beispielsweise das gezielte Streuen von Gerüchten, Spoofing und das Vortäuschen von Nachfrage, in dem ein Händler große Mengen einer Kryptowährung zwischen eigenen Konten bewegt. Ebenso verbünden sich immer wieder Händler in Discord- und anderen Messenger-Kanälen, um koordiniert in wenig bekannte Kryptowährungen zu investieren. Steigt dadurch der Kurs und die Nachfrage, wird von den Gruppen mit großem Gewinn verkauft – ein Pump-and-Dump-Betrug.

Das Justizministerium befürchtet, dass Bitcoin und andere Kryptowährung auf diese Weise zum großflächigen Betrug eingesetzt werden. Die Untersuchung soll sich noch in einem frühen Stadium befinden aber könnte auch in den USA zu einer stärkeren Regulierung von Exchanges und Tauschplattformen führen. In China und Japan unterliegen Kryptobörsen bereits vergleichsweise strikten Auflagen. Einige Plattformen wie Gemini, hinter der die Winklevoss-Zwillinge stehen, plädieren für einen Zusammenschluss der großen Exchanges, um eine Koalition zur Selbstregulieren zu gründen, die auch Geldwäsche unterbinden soll.