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Ray Kurzweil entwickelt Chatbots mit Persönlichkeit für Google

Michael Förtsch 30.05.2016

Neben Facebook und Microsoft arbeitet auch Google an Chatbots, die natürliche Gespräche mit Menschen führen sollen. Jedoch sollen diese eine eigene Persönlichkeit haben. Der Entwickler dahinter ist der Autor und Futurist Ray Kurzweil.

Seit 2012 ist Ray Kurzweil bei Google als Leiter der technischen Entwicklung angestellt. Er ist einer der Pioniere auf dem Gebiet der Sprach- und Texterkennung und Interaktionen mit Maschinen. Dazu sorgt er seit Jahren immer wieder mit seinen Ausblicken auf die technologische Zukunft und ihre Chancen und Gefahren für Aufsehen.

Woran der Futurist jedoch nun genau bei Google arbeitet, war bislang schleierhaft. Im Rahmen der Singularity Conference im Mai, zu der er per Video zugeschaltet war, hat er nun allerdings eines seiner Projekte verraten. „Nebst anderen Dingen arbeitet mein Team an Chatbots“, sagt er. Jedoch sollen die, anders als die Konkurrenten von Microsoft und Facebook, einen echten Charakter haben.

Seine „Chatbots, mit denen ihr reden könnt“, sollen noch in diesem Jahr präsentiert und veröffentlicht werden. Einer von ihnen trage den Namen Danielle und basiere auf den Dialogen in einem gleichnamigen aber bislang unveröffentlichten Roman, den Kurzweil geschrieben habe.

Seine Texte hätten dem Chatbot eine gänzlich eigene Persönlichkeit verliehen. Aber vor allem „kannst du auch deinen eigenen erschaffen“,  verspricht Kurzweil weiter. In dem der Bot etwa das eigene Blog oder andere Texte zur Analyse vorgelegt bekommt, könne die dahinterstehende Künstliche Intelligenz, den „Stil, die Persönlichkeit und Ideen“ adaptieren und so einen Charakter ausbilden. Dieser würde sich dann in den Konversationen mit ihm widerspiegeln.

„Ich denke, diese Unterhaltungen könnten interessant werden“, sagt Kurzweil. Bis allerdings vollkommen natürliche Gespräche mit einer Maschine möglich seien, ihre Sprache und Reaktionen bei einem Turing Test nicht mehr von einem Menschen zu entscheiden wären, würde es noch bis 2029 dauern. Welche Aufgabe nun allerdings die Chatbots von Google eigentlich erfüllen sollen, dazu äußerte sich Kurzweil nicht. Wahrscheinlich ist allerdings, dass sie ähnlich den Text-Chat-Helfern von Facebook beispielsweise Bestellungen von Lieferdiensten entgegen nehmen, Hotelbuchungen annehmen, Nachrichten liefern oder Anfragen zum Wetter beantworten.

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