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UPDATE: Facebook will ins TV-Streaming einsteigen

Benedikt Plass-Fleßenkämper 15.02.2017

Facebook sucht nach neuen Wegen, um Geld zu verdienen: Das Unternehmen arbeitet an einer eigenen TV-Streaming-App für Set-Top-Boxen wie Apple TV oder Amazon Fire TV. Es geht dabei vor allem um Werbeplätze.

UPDATE 15.02.2017: Facebook hat die Medienberichte bestätigt, dass es an einer eigenen TV-Streaming-App arbeitet. Diese werde zunächst für Apple TV, Amazon Fire TV und Smart-Fernseher von Samsung verfügbar sein, später dann auch für weitere Plattformen, heißt es in einem Blogpost. „Mit der App könnt ihr Videos anschauen, die von euren Freunden oder Seiten, denen ihr folgt, geteilt wurden, und euch basierend auf euren Interessen Videos empfehlen lassen“, schreibt Facebook. Auch soll es eine Offline-Funktion geben, mit der sich Clips zum späteren Ansehen herunterladen lassen und wie sie zuletzt etwa Netflix eingeführt hat. Bilder der App zeigte Facebook allerdings noch nicht und nannte als Erscheinungszeitpunkt lediglich „bald“.

Ursprünglicher Artikel vom 01.02.2017:
Video-Streaming ist eines der Themen, mit denen sich Facebook seit geraumer Zeit intensiv beschäftigt. Der Konzern hat zuletzt mehrere videobasierte Funktionen wie die Stories in Instagram oder die Live-Übertragungen auf Facebook eingeführt. Auch fördert Facebook seit einigen Tagen gezielt die Veröffentlichung von längeren Videoinhalten in seinen sozialen Netzwerken, indem es diese stärker hervorhebt.

Jetzt geht das Unternehmen um Mark Zuckerberg offenbar noch einen Schritt weiter. Wie das Wall Street Journal aus Insider-Kreisen erfahren haben will, arbeitet Facebook an einer hauseigenen Video-Streaming-App für Set-Top-Boxen, darunter Apple TV. Über die will Facebook demnach die Zielgruppe der Fernsehzuschauer erreichen und sich einen festen Platz im Bereich der Streaming-Anbieter sichern. Die App soll in Kooperation mit Roku entstehen, einem namhaften Hersteller für Set-Top-Boxen.

Hauptgrund für diese Anstrengungen ist offenbar das Werbepotenzial des Mediums. Im Juli 2016 teilte Facebook mit, dass dem sozialen Netzwerk die Werbeplätze im Newsfeed ausgehen. Da diese die Hauptumsätze des Unternehmens generieren, gehen Analysten davon aus, dass die Werbeeinnahmen in naher Zukunft massiv einbrechen könnten. Mit der Schaltung von Videowerbung möchte Facebook das nun verhindern.

Seit Anfang Januar testet der Konzern die sogenannten Mid-Roll-Ads in seinen Videos. Dabei handelt es sich um Werbespots, die ähnlich wie TV-Werbung erst nach Beginn des Videos zwischengeschaltet werden. Mit der geplanten App möchte Facebook diesen Ansatz intensivieren und dem Bericht nach ausschließlich Videoinhalte anbieten. Das Unternehmen soll gegenwärtig Gespräche mit unterschiedlichen Produktionsstudios führen, um exklusive Inhalte für sein Streaming-Angebot zu gewinnen.

Dabei geht es Facebook vornehmlich um größere Formate wie Shows, Sport- und Unterhaltungssendungen, die länger als zehn Minuten laufen. Mit Inhalten in dieser Größenordnung wäre es Facebook möglich, Werbeplätze auf TV-Niveau anzubieten. Die sind deutlich teurer als Werbeblöcke in Webvideos. Dabei bleibt unklar, welche Rolle nutzergenerierte Inhalte in diesem Angebot einnehmen.

Neu ist die Idee einer Facebook-TV-App indes nicht, den Insider-Berichten zufolge existiert der Ansatz schon seit mehreren Jahren. Nachdem die Facebook-Führungsetage im vergangenen Sommer angeordnet hat, die Videoinhalte verstärkt in den Fokus zu rücken, sei die Idee erneut aufgegriffen worden. Intern soll die Zukunft von Facebook bereits als „mobiles Fernsehen“ bezeichnet werden.

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