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Snap-Quartalsbericht: Die Spectacles enttäuschen Anleger

WIRED Staff 08.11.2017 Lesezeit 2 Min

Snapchat hat seinen dritten Quartalsbericht für 2017 vorgelegt. Neben Verlusten im mehrstelligen Millionenbereich verzeichnet das Unternehmen auch ein zurückgehendes Nutzerwachstum. Die schlechten Zahlen dürften auch mit dem geringen Erfolg der Spectacles zusammenhängen.

Snapchat verzeichnet einen Umsatz von 208 Millionen Dollar und bleibt damit rund 12 Prozent hinter den Erwartungen der Analysten zurück – diese waren von 237 Millionen Dollar ausgegangen. Nach Abzug aller Kosten beläuft sich der Nettoverlust im dritten Quartal 2017 auf 443 Millionen Dollar. Die Snapchat-Aktie verlor nach Börsenschluss mehr als 18 Prozent, berichtet recode. Damit setzt sich der Negativtrend fort, der sich bereits kurz nach dem anfänglich sehr erfolgreichen Börsengang der Snap Inc. im März dieses Jahres abgezeichnet hatte.

Ein Grund für die schlechten Zahlen sind nach Aussage von Snapo-CEO Evan Spiegel der mangelnde Erfolg der Videobrille Spectacles. Die finanziellen Einbußen belaufen sich hier allein auf etwa 40 Millionen Dollar. „Wir haben definitiv falsche Entscheidungen getroffen. Daraus lernen wir nun“, gibt sich der Firmenchef selbstkritisch. Die mit Kamera und Mikrofon versehenen Spectacles sollten einen direkten Upload von gedrehten Videos ins Netz ermöglichen, wurden von Nutzern aber nur zaghaft angenommen. Bislang verkaufte Snapchat rund 150.000 Stück der 130 Dollar teuren Gadgets. Der erste Versuch des Unternehmens, neben der App auch eine funktionale Hardware für den mobilen Alltag anzubieten, ist demnach gescheitert.

Auch die Neunutzerzahlen enttäuschen Analysten wie Unternehmen: Während rund zehn Millionen neue User pro Tag erwartet wurden, meldeten sich in der Realität nur etwa 4,5 Millionen Personen beim Social-Media-Dienst an. Snapchat verzeichnet damit etwa 178 Millionen User pro Tag – das ist aber im Vergleich mit der Konkurrenz zu wenig — besonders Facebook macht dem Dienst zu schaffen: Immer wieder wird darüber spekuliert, ob die Funktionen von Facebooks eigenem Bilderdienst Instagram nicht simple Kopien der Snapchat-Funktionen sind. Snap arbeitet aktuell an einem Redesign seiner App. Auch hier ist laut CEO Spiegel noch nicht abzusehen, wie die Nutzer auf die Änderungen reagieren werden.