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Hyperloop One investiert 500 Millionen in ein spanisches Dorf

WIRED Staff 08.08.2018 Lesezeit 3 Min

Virgin Hyperloop One plant in Bobadilla ein Forschungs- und Testzentrum für seine Überschallröhrenzüge. Dafür will das Unternehmen eine Menge Geld investieren. Schon 2020 soll das Zentrum seine Tore öffnen.

Bobadilla ist ein Dorf in der spanischen Provinz Málaga. Die gerade einmal 480 Einwohner starke Ansiedlung wird von weiten Feldern, Hügeln und Olivenhainen eingerahmt. Wirklich von Bedeutung ist eigentlich nur der fast 130 Jahre Bahnhof, um den einst die ersten Häuser und kleinen Pensionen entstanden. Genau dort will nun aber das Unternehmen Virgin Hyperloop One ein Forschungs- und Entwicklungszentrum aufbauen. Auf 19.000 Quadratmetern sollen dort 200 bis 300 Mitarbeiter neue Technologien und Komponenten für den Röhrenzug erforschen und zertifizieren. Der Großteil der Anlagen soll in einer ungenutzten Wartungshalle für Züge untergebracht werden.

Den Komplex will sich Virgin Hyperloop One fast 500 Millionen US-Dollar kosten lassen und bis 2020 eröffnen. Auch wenn das Entwicklungszentrum scheinbar mitten im Nirgendwo gelegen ist, ist der Standort eigentlich nicht so unwahrscheinlich. Denn die Region Andalusien, in der Bobadilla liegt, entwickelt sich seit einigen Jahren zu einem der High-Tech-Standorte der Europäischen Union. Sie zählt mittlerweile über 9.000 Start-ups und etablierte Tech-Unternehmen. Darunter die Luft- und Raumfahrtzulieferer Advanced Engineering & Innovation, AERTEC, Aernnova Andalucía ebenso wie Ableger von Airbus, IBM, Ericsson und Oracle. Unweit von Bobadilla liegt sogar das sogenannte Railway Innovation Hub wo Unternehmen wie Voltrain, Schneider Electric, Alstom und Bombardier an der Zukunft des Schienenverkehrs werkeln. Entsprechend ist das Hyperloop-Zentrum hier alles andere als fehl am Platze.

„Mit dem robusten Transport-, Luftfahrt- und High-Tech-Sektor gepaart mit herausragenden regionalen Talenten ist Spanien ideal für das Technology Development and Testing Center von Virgin Hyperloop One“, sagt Rob Lloyd, Chef von Virgin Hyperloop One. Auch der Konkurrent Hyperloop Transportation Technologies hat bereits eine Niederlassung in Europa aufgebaut. Nämlich eine Forschungseinrichtung bei der französischen Stadt Toulouse, die auch eine Teststrecke bekommen soll.

Bobadilla soll, zumindest bisher, keine eigene Hyperloop-Strecke erhalten. Jedoch plant Virgin Hyperloop One momentan gemeinsam mit dem Hafenbetreiber DP World ein komplexes Hyperloop-Netz, das Frachtgüter von Dubai bis hin zu europäischen und asiatischen Metropolen transportieren soll. Ebenso hat das Unternehmen auch schon zehn mögliche Stecken in aller Welt ausgemacht, zu denen zumindest schon Machbarkeitsstudien angefertigt worden sollen. Geht es nach Virgin-Chef Richard Branson, der Ende 2017 mit seiner Virgin Group in das Start-up investierte, soll die Technologie ab 2021 erste Passagiere von A nach B bringen.