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Ihr habt im Auto telefoniert? Mit Textalyzern findet die Polizei es heraus

Matt Burgess 15.04.2016

Die Polizei könnte künftig sogenannte Textalyzer nutzen, um zu prüfen, ob in Autounfälle verwickelte Fahrer mit dem Mobiltelefon beschäftigt waren. Eine israelische Firma soll dabei helfen.

Wenn es nach dem New Yorker Senator Terrence Murphy geht, kriegt die Polizei bald raus, ob jemand am Steuer gesimst oder telefoniert hat. Der Politiker hat ein entsprechendes Gesetz gegen fahrlässige Autofahrer vorgeschlagen.

Das geplante Gesetz sieht demnach vor, dass an Unfällen beteiligte Fahrer ihre Mobiltelefone von der Polizei mithilfe von sogenannten Textalyzern testen lassen müssen. Dadurch seien die Polizisten in der Lage, zu sehen, ob ein Telefon während der Fahrt genutzt wurde. Nachrichten, Telefonnummern, Fotos oder ähnliche private Informationen seien jedoch nicht sichtbar.

„Unsere Polizisten können dann die Nutzung eines Mobiltelefons sofort checken, ohne dabei dessen Inhalt zu prüfen“, sagt Murphy. So würden einerseits Vorschriften durchgesetzt, andererseits gleichzeitig das Recht auf Privatsphäre jedes Einzelnen gesichert. Mögliche Systemfehler oder schlicht die Weigerung eines Autofahrers, sein Mobiltelefon abzugeben, hätten dann zur Folge, dass der Führerschein entzogen wird.

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Die erforderliche Technologie soll vom israelischen Sicherheitsunternehmen Cellebrite entwickelt werden – dieselbe Firma, die angeblich dem FBI dabei geholfen haben soll, das sogenannte San-Bernadino-iPhone zu knacken. Cellebrite verfügt bereits über eine Technologie, mit der es möglich ist, ein Mobiltelefon derart zu untersuchen, wie Murphy es sich vorstellt.

„Mit dem grundlegenden Wissen um mobile Kriminaltechnik und mit minimalem Training können Profis mobile Geräte in Echtzeit als Teil ihrer täglichen Aufgaben prüfen“, betont Cellebrite auf seiner Website.

Die Geräte, die für die Nutzung in den USA entwickelt wurden, haben allerdings nur eingeschränkte Funktionen. Sonst würden sie gegen dort geltende Grundrechte verstoßen, die die Privatsphäre schützen.

Der Gesetzentwurf, den Murphy vorgestellt hat, soll mithelfen, die Zahl der Todesfälle durch Smartphone-Nutzung am Steuer zu reduzieren. Unterstützung kommt von der Organisation Distracted Operators Risk Casualties (etwa: Wer beim Fahren abgelenkt ist, riskiert Todesfälle). Sie fordert, Autofahrer, die ihr Smartphone nutzten, sollten genauso hart bestraft werden wie betrunkene.

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK

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