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Was steckt hinter Amazons neuen Messenger-Plänen?

WIRED Editorial 17.07.2017

Amazon scheint an einem eigenen Messenger zu arbeiten, obwohl der Markt für Messaging bereits jetzt mit Produkten überschwemmt ist. Vielleicht verfolgt Amazon-CEO Jeff Bezos aber eine ganz andere Taktik.

In den USA will Amazon derzeit von seinen Kunden wissen, was sie von einem guten Messenger-Dienst erwarten. Schon in der Beschreibung einer jetzt aufgetauchten Befragung wird klar: Das Unternehmen will mit seinem Produkt den Markt herausfordern. „Jeder kann dabei sein – ihr braucht nur die Namen eurer Freunde, keine Telefonnummer nötig“, heißt es da, oder auch: „Chattet problemlos quer über Desktop und Smartphone, ob iPhone oder Android.“ Sogar Reservierungen und Onlineshopping scheinen im hauseigenen neuen Messenger Anytime mögliche Angebote zu werden.

Das Portal aftvnews vermutet, dass Amazon es mit seinem neuen Produkt sogar auf die großen Sozialen Netzwerke abgesehen hat. Anytime könnte nicht nur auf den Chat per Text ausgelegt sein, sondern auch Telefon- und Videoanrufe anbieten, eine Foto-Teil-Funktion haben sowie mit Filtern arbeiten. Auch eine Verschlüsselung sei für besonders schützenswerte Bereiche geplant: Bank- und Transaktionsdaten zum Beispiel. Hier könnte die Technologie des Business-Messengers Chime zum Einsatz kommen, den Amazon bereits zu Beginn des Jahres präsentierte.

Das erhalten Amazon-Nutzer in den USA 

Aber was motiviert Amazon? Ein Messenger auf dem neusten Stand der Technik scheint eine feine Sache, dennoch ist der Markt bereits jetzt völlig übersättigt. Facebook-Messenger und WhatsApp lassen sich kaum verdrängen. Und wenn überhaupt, dann von Konkurrenten wie dem chinesischen Anbieter WeChat, der weltweit expandiert, und den bereits 800 Millionen Menschen nutzen. 

Eine mögliche Antwort lautet: Auch Amazon verfügt über einen umfassenden und zum Großteil loyalen Kundenstamm, der daran gewöhnt ist, dass das Unternehmen neue Wege geht und Prime-Kunden dabei Vorteile liefert. Zudem erweisen sich einzelne Messaging-Dienste trotz der immensen Konkurrenz als Möglichkeit, Millionen User an sich zu binden. 

Amazons Alexa ist seit kurzem bereits mit Messaging- und Anruf-Möglichkeiten ausgestattet. Doch Alexa funktioniert nur in Kombination mit der Echo-Box. Die Messaging-Funktion in eine eigene App zu überführen, wäre konsequent weitergedacht. Was die Screenshots und die Kunden-Umfrage allerdings nicht verraten: Wann kommt Anytime?

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