/Tech

Apps, die ihr für eure guten Vorsätze braucht

Benedikt Plass-Fleßenkämper 29.12.2016

Mit dem Rauchen aufhören, weniger aufs Smartphone gucken, mehr Sport treiben: Mit den App-Empfehlungen von WIRED haltet ihr eure guten Vorsätze fürs neue Jahr diesmal vielleicht sogar ein.

2017 ist noch frisch. Zeit für die nächste Runde guter Vorsätze. Und diesmal ist wirklich ein für alle Mal Schluss mit den Zigaretten! Das Smartphone? Bleibt im neuen Jahre definitiv öfter mal ausgeschaltet. Und die neuen Laufschuhe kommen 2017 auch endlich regelmäßig zum Einsatz. Versprochen.

Damit ihr diese und andere Vorsätze auch wirklich umsetzen könnt, haben wir ein paar passende Apps zusammengetragen, die helfen sollen. Viel Erfolg!

QuitNow!: Mit dem Rauchen aufhören leicht gemacht

QuitNow! hält den Nutzer mit Informationen und kleinen Belohnungen bei Laune, damit der den Rauchentzug durchhält

Es gibt mittlerweile viele Apps, die Menschen bei der Rauchentwöhnung unterstützen sollen. Einige Anbieter veröffentlichen ihre Smartphone-Programme allerdings nur für ein System. Nicht so bei QuitNow!: Die App ist für Android, iOS, Windows Phone und Blackberry erhältlich. Die Ausrede, man besäße ein Handy mit einem exotischen Betriebssystem und könne deswegen nicht mit dem Nikotinentzug beginnen, gilt bei QuitNow! also nicht. Wie viele Nichtraucher-Apps zeigt auch QuitNow! an, wie lange man schon ohne Glimmstängel auskommt und wie viel Zeit und Geld man sich so gespart hat. Außerdem erfährt der Nutzer unter anderem, wie sich der Gesundheitszustand seines Körpers verbessert („Das Infarktrisiko ist um 100 Prozent gesunken“). Damit man motiviert bleibt, erhält man virtuelle Auszeichnungen für besondere Meilensteine à la „Einen Monat lang nicht geraucht“. Wem das alles nicht reicht, der tauscht sich in der Community-Ecke mit anderen Ex-Rauchern über seine Entzugserfahrungen aus.

QuitNow! steht in der Probierversion zum kostenlosen Download bereit. Die Basisversion lässt sich durch In-App-Käufe zur Pro-Fassung erweitern.

Zombies, Run!: Joggen und dabei ein Held sein

Runtastic, Runkeeper, Adidas Train & Run, Sportractive oder Freeletics: In den App Stores gibt es eine riesige Auswahl an Fitness-Apps. Bei den meisten steht der sportliche Aspekt deutlich im Vordergrund, zum Beispiel die Erfüllung von minutiös ausgearbeiteten Trainingsplänen. Wir finden das etwas langweilig und empfehlen deshalb die iOS- und Android-App Zombies, Run!. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Hörbuch, Game und Fitness-Programm, bei der euch euer Kopfkino zu neuen Lauf-Bestleistungen antreibt. Zombies, Run! versetzt Jogger in eine Art Abenteuerspiel. Es gilt, als „Runner 5“ die letzten Überlebenden einer Zombie-Apokalypse zu unterstützen, indem man bestimmte Aufgaben meistert: Medizin zu einem Arzt bringen, Benzin oder Munition finden, Untoten ausweichen oder Verbündete mit Essen versorgen. Die Missionen erfüllt man durch das vorgegebene Trainingsprogramm, zwischendurch suggerieren fiktive Radionachrichten, dass man in zombieversuchtem Gebiet unterwegs ist. Joggen war noch nie gruseliger.

Zombies, Run! ist gratis verfügbar, die Macher finanzieren die App über In-App-Käufe. Diese kosten zwischen rund 80 Cent und 22 Euro.

Ecosia: Bäume pflanzen per Suchmaschine

Es muss nicht immer Google sein: Ecosia ist eine Suchmaschine, mit der man der Umwelt Gutes tut

Wer etwas im Internet sucht, schaut bei Google nach. Die Suchmaschine hat in Deutschland einen Marktanteil von über 90 Prozent. Deutlich kleiner, aber trotzdem spannend ist Ecosia. Hier werdet ihr ebenso fündig – könnt aber nebenbei auch noch einen Beitrag für die Umwelt leisten. Die aus Berlin betriebene Website verwendet einen Teil ihrer Werbeeinnahmen dazu, ökologische Projekte zu unterstützen. Mehr als 2,8 Millionen Euro kamen so schon zusammen und rund 5,8 Millionen Bäume konnten damit weltweit gepflanzt werden.

Ecosia gibt es als App für iOS und Android und im Web unter www.ecosia.org.

EcoChallenge: Ökologisch leben

Umweltschutz ist gar nicht so schwer, wie man denkt. Das vermittelt zumindest EcoChallenge. Die App zeigt einem auf spielerische Art und Weise, wie man sich einen ökologisch besseren Lebensstil aneignen kann. EcoChallenge bietet jede Woche zwei neue Herausforderungen, die der Nutzer erfüllen soll. Zum Beispiel gilt es, seine alten Glühlampen gegen Energiesparlampen auszutauschen oder seine Freunde mit einem leckeren Essen zu verwöhnen, das aus regionalen Produkten zubereitet wurde. In vielen kleinen Schritten führt einen die App ans große Ziel: ein umweltbewussteres Leben, das sich leicht in den Alltag integrieren lässt.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg hat EcoChallenge zusammen mit der Fachhochschule Potsdam entwickelt. Die Gratis-App ist derzeit nur für iPhone-User erhältlich.

ShareTheMeal: Spenden auf die einfache Art und Weise

In Sekundenschnelle die Welt zumindest ein kleines bisschen besser machen – das ermöglicht die App ShareTheMeal des UN World Food Programme. Die Idee von ShareTheMeal ist so simpel wie gut: Immer, wenn der Nutzer beim Essen sitzt, kann er die App starten und seine Mahlzeit virtuell mit einem hungernden Menschen teilen. Mit einem Klick gehen 40 Cent an die Hilfsorganisation der UNO, damit ein Kind in einem ärmeren Land einen Tag lang mit Essen versorgt werden kann.

Der Download der App für iOS und Android ist kostenlos. Jede Spende kostet mindestens 40 Cent. Die Bezahlung erfolgt via PayPal oder Kreditkarte, nicht über die App Stores.

Offtime: Gezielte Smartphone-Entgiftung

Mehr Zeit für sich, Familie und Freunde: Offtime hilft beim Smartphone-Entzug

Auch wenn kaum jemand den Ausdruck benutzt: „Smombie“ war das Jugendwort des Jahres 2015. Das Kofferwort aus „Smartphone“ und „Zombie“ beschreibt Menschen, die wie fremdgesteuert durch die Straßen schlurfen oder teilnahmslos in der Bahn sitzen und dabei auf ihr Smartphone starren. Ständig erreichbar sein, immer im Kontakt mit den Geschäftskollegen, den Freunden und dem Rest der Welt – das kostet Aufmerksamkeit. Dauer-Smartphone-User setzen sich einem hohen Stressfaktor aus. Gut, dass es – ja, wirklich – Apps gibt, die helfen können. Eine bekannte und wirklich gelungene ist Offtime. Die App analysiert einerseits das Smartphone-Verhalten des Nutzers und hilft ihm, sich seiner „Sucht“ bewusst zu werden. Andererseits führt man eine „Entgiftung“ durch, indem beispielsweise gewisse Apps in vordefinierten Zeiträumen gesperrt werden. Der ständige Blick auf WhatsApp, Facebook, Twitter oder Instagram fällt dann flach.

Offtime für iPhone ist für 2,99 Euro erhältlich, ein Update zur Pro-Version schlägt mit weiteren 2,99 Euro zu Buche. Die Android-Fassung ist in der Basisversion kostenlos, dafür kosten die In-App-Angebote zwischen einem und 100 Euro.

Pavlok: Bestrafung für vergeigte Vorsätze

Wer seine Vorhaben nicht umsetzt, muss schmerzhaft daran erinnert werden – zum Beispiel mit dem Wearable Pavlok

Die Tage vergehen, und schon bald sind die guten Vorsätze fürs neue Jahr wieder vergessen. Wie kann man dafür sorgen, dass das nicht geschieht? Am besten mit etwas Leidensdruck! Dafür sorgt Pavlok – ein Armband, mit dem man sich selbst Stromstöße verpasst. Zum Beispiel, weil man sich dafür bestrafen will, dass man doch wieder geraucht oder zu viel Süßes gefuttert hat. Das Dumme an Pavlok ist, dass es nicht automatisch erkennt, wenn man gegen seine Vorsätze verstößt. Stattdessen muss man selbst daran denken und dann auf den Knopf mit dem Blitz-Symbol drücken. Oder man gibt sich den Elektroschock mithilfe der zugehörigen App für iOS und Android. Dann schießen bis zu 450 Volt durch den Körper, was ziemlich schmerzhaft ist. Ein Gadget für Masochisten.

Pavlok kostet umgerechnet gut 140 Euro plus Versandkosten, steht in mehreren Farben zur Auswahl und kann auf der Hersteller-Website bestellt werden.

Jetzt WIRED Member werden und mit uns in die Zukunft starten!

Mit im Paket: 4 Magazin-Ausgaben im Jahr und der Member-Zugang zu exklusiven Inhalten auf WIRED.de sowie weitere Vorteile nur für Member.

Member werden