„Prometheus 2“ wird jetzt doch ein „Alien“-Film

Michael Förtsch 28.09.2015 Lesezeit 2 Min

Mit „Prometheus“ wollte Regisseur Ridley Scott eine Science-Fiction-Reihe parallel zur „Alien“-Saga schaffen. Doch jetzt werden beide doch mehr miteinander verstrickt, als ursprünglich gedacht. „Prometheus 2“ ist schon dem Titel nach ein „Alien“-Streifen.

Im Vorlauf der Premiere seiner Romanverfilmung „Der Marsianer“ (zum WIRED-Review) hat Ridley Scott auch über die Zukunft der 2012 gestarteten „Prometheus“-Reihe gesprochen. In der bricht eine Gruppe Wissenschaftler auf, um die extraterrestrischen Schöpfer der Menschheit zu finden. Eine Geschichte, die, so hatte der Erfolgsregisseur zuerst betont, zwar „Stränge der DNA von Alien“ enthält, aber sonst eine „eigene, große und provokative“ Handlung haben soll. Das hat sich nun offenbar geändert.

Denn aus den einst zwei „Prometheus“-Filmen sollen nun drei, vielleicht sogar vier Streifen werden, die einen großen Bogen bis hin zum verlassenen Schiff auf dem Planetoiden LV-426 schlagen sollen. Dort begann 1979 der Science-Fiction-Horror von „Alien“. Der Film „Prometheus 2“ soll deshalb am 30. Mai 2017 unter dem Titel „Alien: Paradise Lost“ in die Kinos kommen.

„Ich habe sogar eine Verbindung zu Ripley. Aber ich werde nicht verraten, welche“, deutete Ridley Scott in einem Videointerview mit Hey U Guys an. Vor allem jedoch solle über kurz oder lang der Ursprung des Xenomorph, also des Alien, aufgeschlüsselt werden. Dieses sei aus seiner Sicht nämlich nicht irgendeine außerirdische Kreatur, sondern eine künstlich geschaffene Biowaffe. Der konkrete Anfang für diese Spurensuche soll in „Paradise Lost“ gelegt werden: Die aus „Prometheus“ bekannte Archäologin Elizabeth Shaw wird im Film auf den vor langer Zeit zerstörten Planeten der sogenannten Konstrukteure gelangen — einem verlorenen Paradies. Die Dreharbeiten dafür sollen im Februar 2016 starten.

Mit der Enthüllung des Titels und seiner Pläne hat Ridley Scott nicht nur Begeisterung, sondern auch Besorgnis ausgelöst. Vor allem in Bezug auf das „Alien“-Projekt von „District 9“-Regisseur Neill Blomkamp, der tatsächlich die Geschichte um Ellen Ripley fortschreiben will. Der hatte sogar selbst kurz auf Twitter gewitzelt, er werde seinen Film wohl jetzt „Alien: Prometheus“ nennen.

Ridley Scott beruhigte die Fans aber. Denn seine Pläne hätten keinen wirklichen Einfluss auf Blomkamps „Alien“: „Es geht dort mehr um Ripley, es ist ein komplett anderer Blickwinkel, es ist eine Fortsetzung“, verdeutlichte Scott, der den südafrikanischen Filmemacher auch nach wie vor als Produzent unterstützen will. Allerdings sei derzeit geplant, dass der offizielle „Alien“-Nachfolger erst nach „Alien: Paradise Lost“ erscheinen wird — also frühstens im Sommer oder Herbst 2017.  

Update 30.09.15: Im ursprünglichen Artikel wurde der Name der Archäologin Elizabeth Shaw mit dem von Charlie Holloway verwechselt.