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Wired fragt Tech-Insider: Wie hat das iPhone unser Leben verändert?

Alexandra Simon-Lewis 03.07.2017

Zehn Jahre iPhone – WIRED hat die Trendsetter und Vorreiter der Tech-Industrie gefragt, wie seine Erfindung ihre Welt verändert hat. Zum Guten oder auch zum Schlechten.

Vor zehn Jahren brachte Apple das erste iPhone auf den Markt. Jahrelang führte Steve Jobs' Unternehmen die Smartphone-Revolution an. Apple-Produkte veränderten grundlegend die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren. Und das auf der ganzen Welt, im persönlichen Leben und in der Wirtschaft. WIRED hat einige der wichtigsten Innovatoren der Tech-Szene gefragt, wie das iPhone ihr Leben geprägt hat.

Eben Upton, Gründer von Raspberry Pi

Das iPhone läutete zweifellos die Ära der Handys mit Grafikprozessoren (GPUs) ein. Innerhalb von ein oder zwei Jahren nach dem Launch des iPhones wurden Mobilfunk-Chips ohne Grafikprozessoren nicht mehr gekauft. Ich bin mir sicher, dass die leistungsstarken GPUs, die wir für den Raspberry Pi verwenden, maßgeblich zur Popularität unseres Produkts beigetragen haben.

1998 habe ich als Schüler Ideaworks 3d (jetzt Marmalade Game Studio) mitgegründet. Wir sind damals schon davon ausgegangen, dass Mobiltelefone die neue Gaming-Plattform werden würden, dass Handy-Spiele in „native“ C++ programmiert und dass ein Großteil der Einnahmen an Entwickler gehen würden. Ich habe ein Jahrzehnt lang für die Java-Spiele-Entwicklung geschwitzt, während die Netzwerkbetreiber einen sehr großen Teil der Einnahmen für die Spiele einkassiert haben. Das iPhone und der App Store waren eine verspätete Rehabilitierung unserer ursprünglichen Vision.

Jimmy Wales, Mitgründer von Wikipedia

Ich liebe Apple-Produkte. Und natürlich habe ich einen Mac und ein iPad. Aber ich habe mir schon vor Jahren gesagt, dass ich – um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben – Vielfältigkeit in meinem technischen Ökosystem brauche. Ich war schon immer ein Android-Mann und ich habe noch nie ein iPhone besessen. Also, der größte Einfluss des iPhones auf mein Leben ist, dass mich ständig alle fragen: Warum zur Hölle hast Du kein iPhone!

Martha Lane Fox, Mitgründerin von LastMinute.com und Vorstandsmitglied von Twitter

Ich habe mich unzählige Male in der Badewanne fast selbst durch einen Stromschlag getötet.

Jamie Oliver, Starkoch

Positiv gesehen, ist das iPhone die außergewöhnlichste Art, das Publikum auf der ganzen Welt miteinander zu verbinden. Es wird einfacher zu reagieren und zu interagieren. In meinem Job geht es jetzt viel mehr um wechselseitige Konversation und nicht mehr um einseitiges Kommunizieren. Das negative daran: Ich höre nie auf zu arbeiten!

Yves Béhar, Gründer und Designer von Fuseproject

Das iPhone hat Hyper-Konnektivität und Hyper-Geschwindigkeit in alle Facetten unseres Lebens gebracht. Trotzdem kann man nicht leugnen, dass es nicht nur positive, sondern auch negative Folgen hatte. Zum Beispiel, dass wir ständig an die Technologie gebunden sind und uns auch von ihr ablenken lassen.

Mit dem iPhone ist auch sein Design ins allgemeine Bewusstsein gelangt, mehr als bei jedem anderen Produkt zuvor in der Geschichte. Zum ersten Mal im 21. Jahrhundert begannen alle, über ihre Erfahrungen mit Design zu sprechen. Ich bin davon überzeugt, dass wir dem iPhone eine Design- und Service-Revolution zu verdanken haben, die jeden Sektor der Wirtschaft und unser tägliches Leben beeinflusst hat.

Charmian Love, Mitbegründerin von Volans
Sich in großen Städten zurechtzufinden, ist mit dem iPhone viel einfacher geworden. Egal, ob man einfach nur schnell mit einer Verkehrs-App durch die Stadt kommen oder Orte „abseits der ausgetretenen Pfade“ finden möchte, um Leute zu treffen und die Angebote der Städte zu genießen. Und natürlich finde ich es großartig, dass ich jederzeit mit meiner Familie in Kontakt bleiben kann, egal wo auf der Welt ich mich gerade aufhalte.

Federico Marchetti, Gründer von YOOX und CEO von YOOX NET-A-PORTER Group

Wir fingen bei YOOX ein Jahr vor dem iPhone-Launch mit dem Mobile-Business an. Als ich das erste Mal ein iPhone in der Hand hielt und das Ökosystem der Apps sah, wusste ich sofort, dass wir unsere Vision erreichen könnten, näher an die Kunden heranzukommen.

Jetzt entwickeln wir uns in eine reine Mobilfunk-Firma, die sich an die Kunden anpasst. Alle unsere Mitarbeiter haben gerade erst ein eigenes iPhone bekommen, versehen mit speziell designten Apps, die Erfahrungen der Kunden in die Firma spiegeln.

Marcus Engman, Head of Design von IKEA
Plötzlich war es kein übertriebenes Gimmick mehr, die Mails auf dem Handy abzurufen. Es funktionierte wirklich! Das änderte meine Work-Life-Balance für immer. Ich bin mir nicht sicher, ob es so wirklich besser ist...

Ilkka Paananen, CEO und Gründer von Supercell

Wie man sich vielleicht vorstellen kann, hat das iPhone und der App Store unser Leben bei Supercell komplett verändert – und das für immer. Das iPhone krempelte die komplette Spiele-Landschaft um. Nicht nur qualitativ hochwertige Spiele sind jetzt für mehr Menschen als jemals zuvor zugänglich. Auch kleine, unabhängige Entwickler haben ganz leicht Zugang zu hunderten Millionen von potentiellen Spielern. Ohne das iPhone und den App Store wäre Supercell nicht das, was wir heute sind.

Alice Bentinck, Mitbegründerin von Entrepreneur First

Ich habe kein iPhone und habe noch nie eins besessen! #androidftw!

Aber im Ernst, das iPhone hat zwar eine neue Kategorie geschaffen, aber es ist heute nicht mehr klar, ob Apple gewinnen wird. Meiner Meinung nach ist Googles Pixel ein viel besseres Produkt.

Tony Fadell, Gründer und CEO von Nest Labs

Erstens, das iPhone hat mich nicht nur unglaublich produktiv gemacht, sondern auch die Welt verändert: Wie ich einkaufe, wie ich reise und wie ich kommuniziere. Jeder einzelne Aspekt meines Lebens hat sich verändert. Und noch mehr: Meine Kinder wachsen heute ganz anders auf als meine Frau und ich damals. Das hat gute, aber auch schlechte Seiten – es fordert von uns allen, die richtigen Veränderungen in unserem Leben vorzunehmen, um sicherzustellen, dass wir nicht den analogen Teil unseres Lebens verlieren und die ganze Zeit nur digital und mobil leben.

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.
Das Original lest ihr hier.

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