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So will Google gegen Terror-Videos bei YouTube vorgehen

WIRED Staff 19.06.2017

Es dauerte keine Woche. Kaum hat Facebook seinen Kampf gegen Terror-Propaganda in aller Öffentlichkeit verschärft, hat auch Google am Sonntag nachgelegt. Mit einem Vier-Punkte-Plan will der Internet-Konzern gegen die Verbreitung von Terror-Propaganda unter anderem auf YouTube vorgehen. Vor allem KI-Systeme sollen künftig bessere Resultate liefern.

Am Wochenende veröffentlichte Google-Chefjurist Kent Walker die vier Schritte des YouTube-Aktionsplans gegen terroristische Inhalte zunächst als Kolumne in der Financial Times und dann auf dem offiziellen Unternehmensblog. Aufgrund der immer stärker werdenden Verbreitung von radikalisierenden Inhalten über die Plattformen von Google und seinem Tochterunternehmen YouTube müsse der Konzern reagieren. Wie er schreibt, arbeitet das Unternehmen schon seit Jahren an der Bekämpfung gefährdender Inhalte, die unangenehme Wahrheit sei aber, dass noch mehr geschehen müsse.

Als erste Maßnahme will Walker die Forschung seines Unternehmens in der Videoanalyse durch Künstliche Intelligenz ausweiten. In den vergangenen sechs Monaten habe YouTube bereits mehr als die Hälfte von allen mit Terrorismus in Verbindung gebrachten Inhalten von neuralen Netzwerken analysieren lassen.

In einem zweiten Schritt sollen dann menschliche Überprüfer mit anpacken: Zu den bereits existierenden 63 sogenannten Trusted Flaggers sollen 50 weitere NGOs mit Experten hinzukommen, deren Arbeit bei der Videoüberprüfung in Form von Betriebskostenzuschüssen bezahlt wird. So sollen Terror-Videos etwa von Nachrichtensendungen unterschieden werden.

Die dritte Maßnahme von YouTube dürfte bei Kritikern und Zensurgegnern auf Widerstand stoßen: Bewegt sich ein Video künftig in der Grauzone und ist unklar, was genau die Intention der Macher ist, soll statt Werbung eine Warnung für den Nutzer vorgeschaltet werden. Dadurch sollen diese Videos weniger Interaktionen erhalten und somit auf der Plattform seltener zu finden sein.

Der vierte und letzte Schritt des Plans soll dafür sorgen, dass bei potenziell radikalisierenden Videos passende Anzeigen zu sehen sind: Als vielversprechende Herangehensweise sollen potenzielle Rekruten des sogenannten IS gezielt mit Anti-Terrorismus-Videos versorgt werden, um der Radikalisierung direkt entgegenzuwirken.

Die Verbreitung von Terrorismusbotschaften im Web ist und bleibt ein problematisches Thema für Konzerne wie YouTube, Google, Facebook oder Twitter – das gerade auf Seiten der Politik heftig diskutiert wird.

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