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Cook vs. Trump: Der Apple-Chef stellt sich hinter seine deutschen Partner

Caspar Tobias Schlenk, Gründerszene 08.02.2017

Von Vreden nach Berlin: Apple-Chef Tim Cook besucht verschiedene deutsche Partnerunternehmen. Und findet deutliche Worte für die Politik von US-Präsident Trump.

Tim Cook ist in Deutschland – ein Besuch, der in eine bewegte Zeit fällt. Aus diesem Grund wird jedes Wort des Apple-Chefs zu einer politischen Botschaft. Am Dienstag besuchte er den Möbel-Hersteller Dula aus dem nordrhein-westfälischen Vreden, der Ausstattung für die Apple Stores und das neue Hauptquartier des US-Konzerns liefert. In einem kurzen Interview am Rande seines Besuchs stellte sich Cook hinter die europäischen Zulieferer von Apple: „Sie sind der Schüssel für Apples Erfolg, sie werden der Schlüssel für Apples Erfolg auch in der Zukunft bleiben“, sagte der Konzernchef der Nachrichtenagentur dpa.

Seit dem Amtseintritt von Donald Trump schwelt ein Konflikt zwischen den US-amerikanischen Tech-Konzernen und dem neuen Präsidenten. Gerade das Einreiseverbot für Menschen aus sieben muslimischen Ländern war bei den Unternehmen auf heftige Gegenwehr gestoßen. Auch Trumps Pläne für mehr Handelsschranken passen den multinationalen Konzernen nicht in den Plan.

Nicht alle haben von der Globalisierung profitiert, aber Handelsschranken schaffen nur neue Probleme

Tim Cook, CEO von Apple

Darauf angesprochen antwortete Cook diplomatisch: „Ich denke, in der Debatte über Handelsschranken kommt das eigentliche Problem zu kurz: Dass die Globalisierung nicht allen geholfen hat. Sie tat Dula gut, sie tat Apple gut. Sie hat App-Entwicklern geholfen – so sind durch uns eine Viertelmillion Jobs in Deutschland entstanden. Aber eben nicht alle haben von der Globalisierung profitiert.“ Handelsschranken würden diese Probleme allerdings nicht beheben, „sie schaffen nur neue Probleme“.

Im Bezug auf die Einreiseverbote betonte Cook noch einmal seine Ablehnung: „Wir denken, sie sind falsch und wir unterstützen sie nicht.“ Weiter sagte er: „Wir sind sehr stark dafür, dass gute Leute sich frei von Land zu Land bewegen können, das ist im Interesse aller.“

Cook, der sich gerade auf Europa-Tour befindet, besuchte in Deutschland nicht nur den Möbelhersteller Dula, sondern machte auch einen Abstecher nach Berlin. Dort tauchte er in den Büros der Kochrezepte-App KitchenStories auf – und beantwortete Redakteurinnen des Millennial-Magazins Refinery29 Fragen zum Frauenanteil in der deutschen Gründerszene.

„Wer als Arbeitgeber heute, aber vor allem in der nahen Zukunft, nicht bewusst mehr Wert auf Diversität legt und alle Menschen anspricht, wird als Unternehmen nicht erfolgreich sein“, erklärte Cook. Es sei wichtig, „jegliche Klischees und Vorurteile wegzulassen, zuzuhören und einfach zu machen“. Einer festen Quote erteilte Cook eine Absage. Der gesamte Prozess müsse sich ändern, „von der anfänglichen Förderung bis hin zur Einstellung, das ist mehr als nur eine Frauenquote“.

Dieser Artikel erschien zuerst bei Gründerszene.
Das Original lest ihr hier.

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