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Tesla: Händler müssen Model 3 selbst zusammenbauen

WIRED Staff 06.11.2017 Lesezeit 2 Min

Tesla geht die Produktionsprobleme des Models 3 mit kreativen Methoden an: Die letzten Fertigungsschritte werden laut Medienberichten nun erst beim Händler vorgenommen. Die Fahrzeuge verlassen die Fabrik nämlich ohne Sitze und Displays.

Medienberichten zufolge schickt Tesla seinen Handelsniederlassungen Fahrzeuge und fehlende Bauteile separat. Sitze, Displays und andere zentrale Bauteile werden dann vor Ort eingebaut und das Auto so fertiggestellt. Wie Futurezone unter Berufung auf die Financial Times schreibt, habe sich diese ungewöhnlich klingende Praxis für den Elektroautohersteller bewährt und werde schließlich auch in anderen Industriezweigen ähnlich durchgeführt.

Tesla hat vor allem in Bezug auf das günstigere Model 3 mit Verzögerungen beim Aufbau der Produktionskapazitäten zu kämpfen: Sollten eigentlich bis Jahresende wöchentlich 5000 Fahrzeuge dieses Typs aus der Gigafactory in Nevada rollen, wurde dieses Ziel inzwischen auf März 2018 nach hinten korrigiert. Die von CEO Elon Musk als „Production Hell“ bezeichneten Umstände kamen in der letzten Woche beim Quartalsbericht des Konzerns zur Sprache. Das Unternehmen hatte einen Rekordverlust eingefahren und bislang nur 222 von 400.000 vorbestellten Model 3 ausgeliefert.

Bereits in der Vergangenheit gab es Medienberichte, laut denen das Model 3 derzeit bei Tesla noch von Hand zusammengebaut wird. Ein Autoexperte wurde von der Financial Times mit der Aussage zitiert, er habe noch nie so viel Handarbeit bei einer Produktionsstraße gesehen wie bei Tesla. Dass ein Teil dieser Handarbeit erst beim Händler durchgeführt wird, ist allerdings neu. Tesla beteuert indes, dass dennoch hohe Standards in Sachen Qualitätskontrolle eingehalten werden — und nur mit dieser Methode die kontinuierliche Verbesserung von Soft- und Hardware möglich sei, mit welcher der Autohersteller seine Fahrzeuge bewirbt.