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Trotz Führungskrise: Samsung macht Rekordumsätze

WIRED Staff 01.11.2017

Obwohl Samsung in seiner koreanischen Heimat in diverse Skandale verwickelt ist, schreibt das Unternehmen Rekordzahlen. Stärkster Gewinnbringer im vergangenen Quartal ist dabei das Chipgeschäft des Konzerns.

Während der Korruptionsskandal in Südkorea noch immer rechtlich aufgearbeitet wird und der Vizevorsitzende des Aufsichtsrats im Gefängnis sitzt, konnte Samsung seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Gleichzeitig gibt es im Unternehmen große Änderungen bei der Führungsspitze: Wie heise online berichtet, hatte in der letzten Woche der Direktor des Halbleitergeschäfts Kwon Oh Hyun seinen Rückzug bekannt gegeben — und die Direktorenposten aller drei Geschäftsführer werden derzeit neu besetzt.

Wie im offiziellen Bericht zu lesen ist, lag der Gewinn vor Steuern im Vergleichszeitraum 2016 noch bei etwa 5,2 Milliarden Won; im nun beendeten Quartal dann bei 14,53 Milliarden Won. Umgerechnet hat der Konzern also im dritten Quartal 2017 einen Profit von 11,19 Milliarden Euro vor Steuern erwirtschaftet. Netto bleiben davon noch 8,62 Milliarden Euro übrig.

Ursprünglich als Lebensmittelhandel gegründet ist Samsung inzwischen wichtigster Wirtschaftsfaktor und größter privater Arbeitgeber Südkoreas. Während das Unternehmen hierzulande meist aufgrund seiner Marktführerschaft bei Android-Smartphones bekannt ist, sind andere Bereiche des Mischkonzerns die eigentlichen Erfolgsfaktoren: Die Halbleitersparte hat in diesem Jahr Intel nach mehr als zwei Jahrzehnten als weltgrößter Chiphersteller abgelöst. Der aktuelle Quartalsbericht zeigt den Fortlauf dieser Entwicklung: Während die Verbraucherelektronik nur einen Profit von 0,44 Milliarden Won vor Steuern verzeichnet, kommt die Halbleitersparte auf 9,96 Milliarden Won – macht also gut zwei Drittel des Gesamtprofits aus. Das liegt vor allem an der hohen Gewinnspanne in diesem Segment.