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Frank Thelen investiert Millionen in ein Blockchain-Projekt

WIRED Staff 05.12.2017 Lesezeit 3 Min

Mit Frank Thelen und seinem Unternehmen Freigeist Capital erhält das Berliner Startup Neufund finanzielle Unterstützung. Das Startup plant eine Handelsplattform für Unternehmensanteile auf Basis der Blockchain — ohne Notar und Handelsregister.

Frank Thelen, Tech-Investor, der vor allem aus der „Höhle der Löwen" bekannt ist, investiert in die Blockchain: Sein Risikokapital-Unternehmen „Freigeist Capital“ werde bei Neufund einsteigen, teilte er mit, einem Unternehmen aus Berlin, das es seit einem Jahr gibt. Neufund plant eine Plattform, über die man Unternehmensanteile leicht und schnell verkaufen kann. Statt Notar und Handelsregister einzubeziehen, setzt Neufund dabei auf die Blockchain-Technologie. Dort werden die einzelnen Schritte eines Geschäfts in einer Kette von Datenpaketen gespeichert, verteilt auf mehrere Computer, öffentlich einsehbar.

Wie die Süddeutsche berichtet, begründet Thelen sein Investment damit, dass Neufund „die Art und Weise, wie Firmenanteile verkauft und gekauft werden, völlig verändern“ wird. Die genaue Höhe der Investition in Neufund ist nicht bekannt. Gefragt danach, ob es mehrere Millionen gewesen seien, widerspricht Thelen nach Angaben der Süddeutschen allerdings nicht. Er kommentiert, der Betrag, um den es gehe, sei einer, „der uns wirklich wehtut“.

Die Investition in die Blockchain ist ein Schritt weg von der Ausrichtung bisheriger Startups, den Thelen in der Fernsehserie Höhle der Löwen Unterstützung anbietet. Bei denen geht es meistens um Produkte für Endkonsumenten. Neufund gehört mit dem für Frühjahr geplanten Blockchain-System eher zum Bereich Deep Tech, der Lösungen für Firmen und Firmenkunden bereitstellt. Damit vergleichbar ist auch das Münchner Startup Lilium Aviation, in das Thelen vor einigen Jahren investiert hatte. Dieses konnte inzwischen mit einem ersten Jungfernflug zeigen, dass sein Konzept vom elektrischen Senkrechtstarter durchaus flugfähig ist.

Thelen hatte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch über den Stand der Digitalisierung in Deutschland geäußert. Vor allem den Banken warf der Unternehmer vor, Entwicklungen wie die der Blockchain zu verpassen. Bereits 2016 sagte er dabei, diese Software-Technologie könnte dabei helfen, auch jenseits von Währungen wie Bitcoin und Ethereum Transaktionen von Aktien und Wertpapieren zu revolutionieren.