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China plant ein Verbot von Verbrennungsmotoren

WIRED Staff 11.09.2017 Lesezeit 2 Min

China könnte demnächst ein Verbot von Verbrennungsmotoren beschließen. An entsprechenden Plänen arbeitet die chinesische Regierung und könnte das Land damit gleich von mehreren Problemen befreien.

Chinas Vizeminister für Industrie und Informationstechnologie, Xin Guobin, hat einen Plan zum Verbot von Verbrennungsmotoren vorgelegt. Das berichtet Bloomberg. Aktuell werde ein Zeitplan ausgearbeitet, nach dem Fahrzeughersteller ihre Produkte auf neue Antriebstechnologien umstellen müssen.

China plant, das Wachstum des eigenen CO2-Ausstoßes bis 2030 zu stoppen. Eine Umstellung des Autoverkehrs dürfte nach Einschätzung der lokalen Industrie allerdings länger dauern: Liu Zhijia von Cherry Automobile Co. sagte, die Durchsetzung eines Verbrennerverbots könnte sich bis 2040 hinziehen. Die betroffenen Firmen dürften also genügend Zeit haben, sich vorzubereiten.

In China dominieren vor allem lokale Hersteller den Markt an Elektroautos: BYD etwa lieferte in den ersten sieben Monaten dieses Jahres bereits 46.855 Plug-In-Hybride aus, während BAIC Motor als Zweitplatzierter auf 36.084 Fahrzeuge kommt. Der Import von Fahrzeugen ist mit hohen Zöllen belegt, weshalb viele ausländische Firmen gemeinsam mit chinesischen Betrieben Joint-Ventures für eine lokale Produktion eingehen. Honda etwa arbeitet mit zwei lokalen Herstellern an einem Elektroauto, das 2018 in China auf den Markt kommt. Nissan plant, seinen neuen Leaf ab 2018 oder 2019 dort zu verkaufen.

Jeder fünfte Einwohner Chinas besitzt ein Auto. Das Land hat mit Luftverschmutzung in den riesigen Ballungszentren entlang der Küste zu kämpfen. Selbst wenn der für Elektroautos notwendige Strom in Kohlekraftwerken produziert wird, dürfte sich dieser Umstand bessern, wenn der Umstieg weg von Verbrennern stattfindet. Zudem erhofft sich China auch Vorteile auf dem weltweiten Wachstumsmarkt für Elektrofahrzeuge – es wäre schließlich nicht das erste Land, das ein Verbot von Verbrennungsmotoren für die mittelfristige Zukunft ansetzt.