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Anti-Terror: Großbritannien will mehr Daten von Facebook

WIRED Staff 02.01.2018 Lesezeit 2 Min

Facebook und Google sollen der britischen Regierung mehr Daten zur Terrorbekämpfung übermitteln. Verweigern die Unternehmen die Herausgabe, fallen neue Steuern an.

In einem Interview hat der britische Sicherheitsminister Ben Wallace die mangelnde Zusammenarbeit mit den großen Tech-Konzernen bei der Bekämpfung von Terror-Propaganda, Radikalisierung und der Vorbereitung von Anschlägen beklagt. Wie VentureBeat berichtet, sagte er, dass es nicht sein könne, dass diese Firmen ihre gesammelten Daten an Privatunternehmen verkaufen, nicht aber der Regierung zur Verfügung stellten. Er stellte neue Steuern in Aussicht, mit denen Google, Facebook und andere Soziale Netzwerke zur Kooperation gezwungen werden sollen.

Wallace warf den Tech-Firmen zudem vor, private Profite über die öffentliche Sicherheit zu stellen. Facebooks Policy Director für den Bereich EMEA, Simon Milner, wies die Kritik indes zurück: Gerade im Bereich der Terrorbekämpfung habe das Unternehmen Millionen Pfund in Menschen und Technologien investiert, um terroristische Inhalte zu identifizieren und zu entfernen. Auch von der Google-Tochter YouTube kam ein Statement, dass das Jahr 2017 eine massive Steigerung der Anstrengungen gegen gefährliche Inhalte gesehen habe.

Bei YouTube ist die Sperrung rechtswidriger Inhalte die Aufgabe von Algorithmen. Wie das Unternehmen angibt, werden damit 83 Prozent der Videos mit gewalttätigem Extremismus innerhalb von einer Stunde gelöscht, ohne dass Nutzer es melden müssen. Facebook arbeitet mit einer Mischung aus Algorithmen und menschlichen Prüfern, die vor allem auf die Markierung durch Nutzer reagieren. In Deutschland gilt seit Neujahr endgültig das Netzdurchdringungsgesetz, nach dem die Netzwerke offensichtlich rechtswidrige Inhalte schnell und effizient löschen oder empfindliche Geldstrafen bezahlen müssen. Der britische Vorstoß hat indes noch keine Gesetzesform erreicht — könnte aber langfristig Vorbild für weitere Staaten sein, die mehr Überwachung fordern.