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Kommt der Katastrophenalarm bald von digitalen Werbetafeln?

WIRED Staff 20.08.2018 Lesezeit 2 Min

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) will die Bürger im Ernstfall schneller vor Gefahren warnen können. Dazu sollen nicht nur Smartphone-Apps, sondern auch digitale Werbetafeln einbezogen werden. Bei Hochwasser oder einem Terroranschlag würden die entsprechenden Warnhinweise dann praktisch überall auftauchen.

Künftig sollen Katastrophenwarnungen auch auf digitalen Werbetafeln privater Anbieter zu sehen sein. Wie der Präsident des BBK, Christoph Unter, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte, schließt die Behörde derzeit mit entsprechenden Firmen Vereinbarungen. So ließe sich jeder Bürger in der Öffentlichkeit erreichen, auch wenn er nicht die entsprechende App auf seinem Smartphone installiert hat.

Außerdem sieht Unger neben den Werbetafeln eine zweite Baustelle für seine Behörde: In Deutschland gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Warn-Apps, die derzeit noch getrennt voneinander funktionieren. Das BBK selbst hat die App NINA herausgebracht, Kommunen nutzen teils Katwarn und teils Biwapp — um immer und überall gegen Widrigkeiten gefeit zu sein, müsste der Bürger derzeit alle installieren. Da es Teil des Auftrags des BBK ist, jeden Bürger zu warnen, arbeitet die Behörde aktuell daran, Schnittstellen zu entwickeln, damit jede der Apps auch alle Warnungen erhält.

In den USA hatte zuletzt ein Frühwarn-System auf Smartphones für Panik gesorgt, als auf Hawaii versehentlich vor einem bevorstehenden Atomangriff mit einer nordkoreanischen Rakete gewarnt wurde. Ein derartiger Vorgang, bei dem alle Bürger einer Region per SMS über eine Gefahr informiert werden, ist in Deutschland derzeit allerdings nicht möglich: Der Datenschutz verhindert, dass Ämter wie das BBK auf persönliche Daten wie Telefonnummern zugreifen dürfen.