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Hacker zeigen Paris aus Sicht eines Tesla-Autopiloten

WIRED Staff 26.09.2018 Lesezeit 2 Min

Zwei Hacker haben sich eine Entwickler-Version von Teslas Autopilot-Hardware besorgt und ins Netz gestellt, wie das System die Welt sieht. Die dabei entstandenen Videos sind noch nicht gänzlich ergründet, bieten aber interessante Einblicke in die komplexe Welt der Software, mit der sich Autos selbstständig durch den Verkehr bewegen können.

Die Reddit-Nutzer mit den Namen verygreen und DamianXVI haben der Welt einen Blick in Teslas Trickkiste verschafft: Auf eBay haben sie einen Tesla-Autopiloten in Hardware-Version 2.5 erstanden, der zufällig die Entwicklerversion war. Damit konnten sie auf das zugreifen, was das System während der Fahrt sieht und verarbeitet. Die entsprechenden Videos zeigen Paris aus Sicht des Systems – mit bunten Flächen und Linien, durch welche die Welt in verschiedene Sinneinheiten unterteilt wird. Das sei, wie die selbstbeschriebenen Tesla-Hacker sagen, „pures Gold“ und könne helfen, zu erstehen, wie die Tesla-Entwickler vorgehen.

Die Software markiert das, was sie als Fahrbahn identifiziert hat, in grün. Die eigene Fahrtlinie ist orange unterlegt, bunte Linien am Boden markieren Spurbegrenzungen. Erkannte Objekte werden eingerahmt dargestellt – die KI unterscheidet dabei eine Vielzahl anderer Verkehrsteilnehmer wie Autos, Motorräder, Radfahrer und Fußgänger und analysiert deren Bewegungsspuren, Distanz, relative Geschwindigkeit und ob sie sich bewegen. Inlineskater werden dabei zwar schon einmal als Radfahrer erkannt oder ein Container als PKW, die Tatsache, dass die Software die parkenden Autos als solche ausmacht und vom rollenden Verkehr unterscheidet, ist allerdings solide.

Noch sind den Reddit-Nutzern nicht alle Markierungsfarben und ihre Bedeutungen klar. „Wir dachten, andere könnten gute Ideen haben, um bestimmte Szenarien auszutesten“, schrieben die beiden Hacker. Darunter war natürlich, den Wagen an parkenden Feuerwehrfahrzeugen vorbei zu fahren.

Aber auch ohne einen Unfall zur provozieren ist der Blick unter die Haube von Teslas Autopilot äußerst interessant. Denn anders als zum Beispiel die autonomen Testfahrzeuge von Uber nutzt Tesla keinen Lidar-Laserscanner, sondern verlässt sich ausschließlich auf Kameras – theoretisch ein Nachteil, der durch die Software kompensiert werden muss.Tesla betont regelmäßig, dass dieses System trotz des Namens kein autonomes Fahren ermöglicht und der Mensch weiterhin die Verantwortung trägt.