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Weil Stützpunkte enttarnt wurden: Das US-Militär verbietet Fitness-Tracking mit GPS

WIRED Staff 07.08.2018 Lesezeit 2 Min

In der Vergangenheit haben Activity-Aufzeichnungen von Apps und Fitness-Trackern geheime Stützpunkte und Aktivitäten des Militärs verraten. Eine Dienstanweisung verbietet jetzt die Nutzung der Gadgets.

Das Pentagon will seinen Soldaten Fintess-Apps mit Positionserkennung untersagen. Denn die könnten neben persönlichen Fitnessdaten auch brisante Informationen wie geheime Militärstandorte, Truppenstärken und Routinen enttarnen – und damit die Sicherheit von Einsätzen gefährden. Heißt: Fitness-Tracker und Programme wie von Fitbit, Garmin, Withings und Dienste wie Strava sind ab sofort verboten, das hat die Militärbehörde in der vergangenen Nacht in Washington erklärt.

Der Schritt kommt nicht von ungefähr. Anfang des Jahres war aufgefallen, dass eine von Strava betriebene Heatmap, die zeigt, wo die Nutzer des Fitness-Tracking-Service am aktivsten sind, Jogging- und Laufstrecken von Soldaten enthüllt. Die zeigen sich inmitten von Krisen- und Kriegsgebieten und ließen klar erkennen, wo unter anderem die US-Army ihre Stützpunkte betreibt.

Wenn, dann ohne GPS

Auch die Positionen von mutmaßlichen Abhöreinrichtungen der US-Geheimdienste sollen so ungewollt enttarnt worden sein. Denn stellenweise zogen sich die als Lichtschnüre dargestellten Laufstrecken über eigentliche leere Felder oder um unscheinbare Gebäudekomplexe. Auch russische und britische Einrichtungen wollen Hobby-Spione ausgemacht haben.

Fitness-Tracker sind bei Soldaten, die allein schon aus beruflichen Gründen viel Sport treiben, aber nach wie vor beliebt. Ursprünglich waren die Soldaten sogar im Rahmen eines Pilotprojektes ermutigt worden, Fintess-Tracker zu nutzen. Gänzlich verboten sind sie den Truppen daher nicht: Einfache Tracker, die nur Puls und Schrittzahlen messen, dürfen weiterhin gebraucht werden – so lange sie kein GPS-Modul verbaut haben.