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Bravo! WhatsApp führt flächendeckende Verschlüsselung ein

WIRED Editorial 05.04.2016 Lesezeit 2 Min

Seit Dienstag hat WhatsApp, eine der wichtigsten Applikationen der Welt mit über einer Milliarde User, ihren Messenger mit „End to End Encryption“ verschlüsselt, das berichten deutsche Medienseiten und unsere Kollegen von WIRED US. Marlinspike hat es möglich gemacht.

Den Namen Moxie Marlinspike sollten wir uns merken. Hinter dem Pseudonym steckt ein Programmierer, der gerade die schlimmsten Going-Dark-Ängste von Strafverfolgungsbehörden weltweit zur Wirklichkeit hat werden lassen. Über Wochen hinweg stritten das FBI und Apple um die Entsperrung eines iPhones. Jetzt jedoch könnte der Name Marlinspike positiv besetzt werden: WhatsApp hat mit Hilfe von Marlinspike End-to-End-Verschlüsselung für seine Messages umgesetzt.

Mit dem Einführen von Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen können Fotos, Videos, Nachrichten und Sprachaufzeichnungen nicht mehr ohne weiteres von Dritten mitgelesen oder abgegriffen werden. Die Kommunikation bleibt vertraulich zwischen Sender und Empfänger.

Bereits im November hatte das Tochterunternehmen von Facebook mitgeteilt, an einer Verschlüsselungs-Technik zu arbeiten. Hilfe kam von Open Whisper Systems, dessen Programmierer auch schon Signal entwickelt haben, einen sicheren Messenger, den sowohl Edward Snowden als auch Shari Steele vom Anonymisierungs-Netzwerk Tor empfehlen. Hier kommt auch Marlinspike wieder ins Spiel, der das Open Source Projekt leitet.

„Sichere Produkte schaffen eine sichere Welt, auch wenn viele bei den Sicherheitsbehörden das nicht so sehen werden“, sagte Brian Acton, Mitgründer von Whatsapp, gegenüber WIRED US am Dienstag. Jetzt könne jeder die App benutzen, um mit seinem Arzt zu reden oder über geschäftliche Pläne zu diskutieren, ohne dass er Angst haben müsse, die Informationen kämen ans Licht. „Mit Encryption kannst du sogar zum Whistleblower werden, ohne dir Sorgen zu machen“, zitiert WIRED US den Gründer.

In der Tat, sobald ein User die neuste Version der App installiert hat, können nicht einmal mehr die WhatsApp-Mitarbeiter selbst die Nachrichten im Messenger einsehen. Das macht es ihnen auch unmöglich, Gerichtsentscheidungen zu folgen, die sie theoretisch dazu zwingen würden, den Behörden Zugriff zu verschaffen. Schon kurz nach dem Konflikt zwischen Apple und dem FBI war auch WhatsApp in das Visier brasilianischer Behörden gerückt. Der wachsende Druck in der „Going Dark“-Debatte war sicherlich ein beschleunigender Faktor zur Etablierung der neuen Verschlüsselung.