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Waymos Autos können jetzt auch im Schnee sehen

WIRED Staff 09.05.2018 Lesezeit 2 Min

Auf der Google I/O hat Waymo seine Fortschritte in Sachen autonomer Fahrzeuge präsentiert. Dabei ist auch ein Einblick, wie die Autos der Alphabet-Tochter mit Wetterphänomenen wie Schnee und starkem Regen umgehen können — Problemen, denen die Entwickler autonomer Fahrzeuge bislang mit Testgebieten in milden Klimazonen aus dem Weg gegangen sind.

Nach den letzten Unfällen mit autonomen und teilautonomen Fahrzeugen müssen Entwickler sich erst wieder das Vertrauen verdienen. Darum geht es offenbar dem aus dem Google-Car-Projekt hervorgegangenen Unternehmen Waymo. Denn das wollte nun auf der Google I/O zeigen, dass es auch mit Problemen zurechtkommt, die bisher als große Herausforderungen für Selbstfahrsysteme gesehen werden. Unter anderem Schnee oder auch starker Regen, die die Erkennung des Straßenverlaufs, Fahrzeugen und Passanten erschweren. Eine eigens entwickelte Künstliche Intelligenz soll Störungen und Irritationen herausfiltern.

Wie Dmitri Dolgov, der Technikleiter von Waymo, erklärt, soll die Künstliche Intelligenz den Fahrzeugen helfen, die Umgebung in einer ähnlichen Art wahrzunehmen, wie es auch menschliche Fahrer tun. Schon in den Anfängen des Projektes hätten die Ingenieure daher mit den Forschern von Googles KI-Team Google Brain zusammengearbeitet. Aktuell sei die KI durch Machine Learning im Stande, mit jedem Kilometer der in der Realität wie auch Simulationen auf Google-Servern zurückgelegt wird, dazu zulernen – das wären insgesamt über 9,5 Millionen Kilometer. Unter anderem gelänge es ihr mittlerweile, zielsicher das Sensorenrauschen, das durch Schneeflocken und Regentropfen entsteht, als Störung zu identifizieren.

Dadurch würden Waymos Fahrzeuge jederzeit Passanten und Radfahrer ausmachen. Selbst wenn sie in einem Schneegestöber oder Gewittersturm unterwegs sind. Verdeckte Fahrbahnbegrenzungen lassen sich zwar nicht erkennen aber könnten basierend auf Kartenmaterial und Simulationen vergleichsweise sicher prognostiziert werden. Auch mit Baustellen, Absperrungen und Situationen wie Polizeieinsätzen sollen die Fahrzeuge umgehen können. Damit ist Waymo der Konkurrenz voraus. Momentan müssten menschliche Fahrer nur alle 8.000 Kilometer bei möglichen Fehlern eingreifen.

Das soll Waymo auch bei seinem nächsten großen Schritt helfen. Das Unternehmen will noch in diesem Jahr seine Fahrzeuge gänzlich ohne Sicherheitsfahrer auf den Straßen von Kalifornien testen – eine entsprechende Lizenz ist bereits bei den Verkehrsbehörden beantragt. In Arizona will Waymo zudem gen Ende des Jahres auch einen kommerziellen Ridesharing-Service starten. Dort hatte ein Waymo-Fahrzeug erst einen Unfall. Jedoch war nach derzeitigem Stand ein menschlicher Fahrer für eben jenen verantwortlich.