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Volvo verspricht Autos, die nie mehr tödliche Unfälle verursachen

Michael Förtsch 25.01.2016

Der Automobilhersteller Volvo hat sich den Ruf erworben, legendär robuste Fahrzeuge zu bauen. Jedoch haben sich die Schweden jetzt auch das Ziel gesteckt, für die Sicherheit ihrer Autos bekannt zu werden. Ab 2020 soll niemand mehr in einem Volvo sterben. Zumindest nicht eines unnatürlichen Todes.

Die Ansage von Volvo-CEO Lex Kerssemakers soll nicht nur eine Parole sein, sondern ein echtes Versprechen: „Wenn man schwedische Ingenieure trifft, kann man sicher sein, dass sie, was sie sagen, auch so meinen“, lässt sich Kerssemakers zitieren. „Sie sagen nichts, woran sie nicht auch glauben.“ Was sagen sie denn? Das: Fahrzeuge von Volvo sollen spätestens ab 2020 so gebaut sein, dass keiner in ihnen oder durch sie zu tödlichen Schaden kommt. Das soll aber nicht nur an der beständigen Konstruktion, sondern vor allem jeder Menge cleverer Technik liegen, der sich der Autobauer seit einigen Jahren verschrieben hat.

Die Schweden arbeiten etwa an modernen Crash-Warnern, die mittels Radar stets und ständig die Chance auf eine Kollision berechnen – und das Fahrzeug, wenn nötig, bremsen. Bei BMW und Mercedes kommen solche Systeme in den Luxusmodellen zum Einsatz. Bei Volvo sollen sie in allen Wagen verbaut werden. Dazu werden die Autos miteinander und mit intelligenten Fahrradhelmen kommunizieren, ihre Scheinwerfer Radler hell erstrahlen lassen, Kameras und Scanner „große Tiere“ wie Elche und Rehe erkennen – und deren Verhalten abschätzen. Letztlich würde aber laut Volvo vor allem der größte Unsicherheitsfaktor beseitigt werden: Der Mensch. Ab 2017 werden zumindest testweise schon 100 selbstfahrende Volvo XC90 über öffentliche Straßen brausen – und dabei angeblich sicherer unterwegs sein, als es ein Mensch es je könnte. Daher verspricht der Autobauer auch, generell für alle Unfälle und Schäden zu haften, die durch seine Selbstfahrsysteme verursacht werden.

Aber nicht nur Volvo hat sich auferlegt, die Zahl der Verkehrstoten mit reduzieren zu helfen. Schweden insgesamt verfolgt mit der Initiative „Vision Zero“ bereits sei 1997 das Ziel, keine Menschen mehr bei Verkehrsunfällen sterben zu lassen. Das bedeutet im Vergleich zu Deutschland vor allem rigide Tempolimits – so ist auf Landstraßen Tempo 80 und auf Autobahnen 120 das Maximum. Innerstädtisch soll eine Höchstgeschwindigkeit von 40 durchgesetzt werden. Die Zahlen geben den Schweden bisher mehr als recht. Seit 1997 hat sich die Zahl der Todesfälle im Verkehr fast halbiert. Pro Jahr und 100.000 Einwohner kamen 2013 im weltweiten Vergleich nur 3 Menschen um. In Deutschland hingegen 4,7 Personen.

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