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Verbraucherschützer fordern eine Update-Pflicht für Smartphones

Michael Förtsch 16.03.2017

Smartphones mit überalterten Betriebssystemen oder Apps ohne regelmäßige Patches sind nicht nur nervig, sondern auch brandgefährlich. Verbraucherschützer fordern deswegen von den G20-Staaten eine Regelung, die die Hersteller zu Updates verpflichtet.

Vor allem bei günstigen Android-Smartphones ist es immer noch eher die Regel als die Ausnahme: Mittelklasse-Geräte kommen mit einer veralteten Betriebssystemfassung auf den Markt. Es dauert gern Monate bis ein erstes Update verfügbar ist. Und selbst das zieht dann nur selten mit der gerade aktuellsten offiziellen Versionsnummer von Google gleich. Damit ist oft auch schon das Ende des Software-Supports gekommen. Das gleiche gilt immer öfter auch für Apps. Das sehen nicht nur Tech-Experten und Hacker, sondern mittlerweile auch Verbraucherschützer als fahrlässig und extrem gefährlich an. Hersteller und Entwickler machen die Telefone ihrer Kunden so zum leichten Angriffsziel.

Consumers International, ein internationaler Zusammenschluss zu dem auch die deutschen Verbraucherzentralen gehören, fordert im Zuge des gestrigen G20 Consumer Summit und des für Juli angesetzten G20-Treffens in Hamburg nun neue Regelungen. Unter dem Motto #BetterDigitalWorld verlangen die Verbraucherschützer, dass Hersteller und Entwickler von Smartphones und Apps „nach dem Verkauf wichtige Sicherheitsupdates“ zur Verfügung stellen. Und zwar für einen nicht klar definierten, aber „angemessenen Zeitraum“, der sich etwa nach der Masse an Kunden berechnen könnte, die das betreffende Smartphone oder die App noch aktiv nutzen.

Damit soll nicht nur die praktische Sicherheit der Konsumenten gestärkt, sondern auch das so wichtige Vertrauen der Kunden in das digitale Ökosystem gesichert werden. Denn wird ein Smartphone wegen einer Sicherheitslücke im überalterten Betriebssystem oder einer löchrigen App verwundbar, können Angreifer nicht nur Kontakt- und Finanzdaten, sondern auch oft sehr private Bilder und Informationen stehlen. Das Telefon kann ebenso zum Teil eines Botnetzes werden, einer Art Zombie-Armee, die für Attacken im Netz genutzt wird.

Weitere Forderungen der Verbraucherschützer sind, dass „jeder über eine schnelle und bezahlbare Internetverbindung verfügen können“ sollte. Für Finanz- und Personendaten bei Diensteanbietern müssten besonders strenge Sicherheits- und Haftungsregeln angelegt werden. Ebenso sollten alle Unternehmen verpflichtet werden, „Verbrauchern klare und zugängliche Informationen über digitale Produkte und Dienstleistungen zur Verfügung zustellen“.

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