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Elon Musk will den neuen Roadster mit Raketen austatten

WIRED Staff 11.06.2018 Lesezeit 3 Min

Der neue Tesla Roadster soll das schnellste Serienfahrzeug überhaupt werden. Elon Musk reicht das offenbar nicht. Gegen einen Aufpreis wird es den Flitzer auch mit Raketenantrieb geben.

Mit viel Getöse hatte Elon Musk im vergangenen November den neuen Tesla Roadster enthüllt. Der schaffe eine Spitzengeschwindigkeit von über 400 Kilometern pro Stunde und stemme mit einer Batterieladung ganze 1000 Kilometer am Stück. Auf der kürzlichen Anteilseignerversammlung hatte Musk dann ein ominöses SpaceX-Option-Package für den Wagen angekündigt, das wohl mit seiner Raumfahrtfirma entwickelt werde. Auf Twitter hat er nun erste Details verraten. Und, wie von Musk nicht anders zu erwarten, klingen die echt irrsinnig.

Gegen Aufpreis würde Tesla den Roadster mit zehn kleinen Raketentriebwerken ausstatten. Die würden sich rund um den Wagen befinden und dadurch nicht nur die Beschleunigung, sondern auch das Brems-, Kurvenverhalten und sowieso alles „dramatisch verbessern.“ Und: „Vielleicht werden sie es einem Tesla sogar erlauben, zu fliegen“, schreibt Musk weiter. Auf Nachfragen, ob er sich gerade nur einen spinnerten Scherz erlaubt, bekräftigte der US-Milliardär, dass das SpaceX-Paket vollkommen ernst gemeint sei und der Roadster eben ein Wagen wäre, „der nicht von dieser Welt“ ist.

Die Minitriebwerke werden aber offenbar keine echten Raketen sein, sondern Schubdüsen, die mit komprimierter Luft aus einem Gasdruckspeicher funktionieren – die sich nach der Verwendung auch direkt wieder auffüllen. Es sei alles „rein elektrisch“, schreibt Musk. „Der neue Tesla Roadster wird alle Benzin-Sportwagen in jeder Weise übertreffen.“ Ein besonderer Augmented Mode würde den Fahrer unterstützen, die Power des Autos optimal einzusetzen. So verrückt es klingt: Ganz so irre und neu ist Idee nicht. Erst im Mai hatte Bosch ein System vorgestellt, um Motorräder mit Schubdüsen auszustatten, die diese mit gezielten Schüben in Kurven stabilisieren.

Nichtsdestotrotz wirft das SpaceX-Option-Package jede Menge Fragen auf. Ist der Einsatz solcher Technik legal? Wie wartungsintensiv werden die Düsen sein? Was könnte passieren, wenn ein solcher Roadster einen Unfall hat? Zumindest der deutsche TÜV dürfte angesichts von Düsen- und Druckbehältern skeptisch sein. Aber die wichtigste Frage ist wohl: Was kostet das SpaceX-Paket? Sonderlich günstig dürfte es nicht werden.