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Warum sich Diabetiker ein Tattoo stechen lassen sollten

Sofie Czilwik 15.06.2017

Mehr als 400 Millionen Diabetiker weltweit müssen mehrmals am Tag ihren Blutzuckerspiegel messen – meistens, indem sie sich piksen. Mit einer neuen Methode könnten sie ihr Blut demnächst auf eine bequemere Art überprüfen. Dafür müssten sie sich allerdings tätowieren lassen.

Forscherinnen und Forscher der Harvard Medical School und vom MIT haben eine Tinte für Tattoos entwickelt, die ihre Farbe wechselt, sobald sich die Blutwerte des Tätowierten verändern. Die Tinte namens Dermal Abyss Ink enthält Biosensoren, die den pH-Spiegel sowie Natrium- und Zuckerwerte im Blut messen können.

Dabei ist die Tinte zwar nicht direkt mit dem Blutkreislauf verbunden, kann die Zusammensetzung des Blutes aber über die Gewebsflüssigkeit überwachen. Je nachdem welcher Wert sich im Blut verändert, verfärbt sich das Tattoo: Steigt der pH-Wert, färbt es sich pink, verändert sich der Natriumgehalt, wird es grün und nimmt der Glukosewert zu, wird es braun.

Die Dermal Abyss Ink befindet sich noch in der Testphase und wurde bisher nur an Schweinehaut getestet, die der menschlichen ähnelt. Die Tinte könnte für Diabetiker relevant werden, vorausgesetzt sie wollen sich ein Tattoo stechen lassen. So könnten sie anhand ihres Tattoos ihren Glukosehaushalt überprüfen und sehen, wann sie Insulin benötigen.

Die Forscher erhoffen sich, dass mit der speziellen Tinte in Zukunft im Falle einer Krankheitsdiagnose Veränderungen im Körper schneller festgestellt werden können.

MIT-Wissenschaftler waren bereits im vergangenen Jahr an der Entwicklung einer Tinte für Tattoos beteiligt. Auch diese veränderte ihre Farbe. Diese Tinte wurde dazu entwickelt, Geräte durch Bewegung zu steuern, zudem konnte sie Daten per NFC-Tag versenden. 

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