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SpaceX gelingt der erste Raumflug einer wiederverwendeten Rakete

WIRED-Staff 31.03.2017

Bislang war die Wiederverwendung einer Falcon-9-Trägerrakete nach ihrer Landung nur Theorie. Jetzt ist der historische Flug gelungen: Die bereits im April 2016 geflogene Falcon 9 landete in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf dem autonomen Ponton Of Course I Still Love You, nachdem sie ihre Nutzlast auf den Weg zu deren geostationären Zielorbit gebracht hatte.

Die Mission SES-10 war der 14. Versuch, die Booster-Stufe einer Falcon 9 wieder zu landen, berichtet unter anderem The Verge. Neun davon sind nun geglückt, fünf explodierten bei der Landung. Während die erste SpaceX-Rakete, die erfolgreich einen Flug überlebte, als Museumsstück eingelagert wird, wurde die gestern verwendete fast ein Jahr lang generalüberprüft und nun erneut eingesetzt. Sie brachte im Vorjahr eine Lieferung Nutzlast zur ISS und in diesem Jahr einen privaten Telekommunikationssatelliten in eine geostationäre Umlaufbahn.

Wie Elon Musk im Livestream der Firma verkündet hat, ist mit dem historischen Flug das Zeitalter wiederverwertbarer Booster-Stufen angebrochen. Der teuerste Teil einer Rakete ist damit recycelbar, was jede Menge Kosten einspart. So soll Raumfahrt günstiger und schneller werden. Ein nächstes Etappenziel hat der SpaceX-CEO auch schon per Twitter verkündet: Eine Falcon 9 soll innerhalb von 24 Stunden nach einem Flug erneut starten können.

Das 24-Stunden-Ziel deckt sich mit Konzeptvideos zum Interplanetary Transport System, die SpaceX einst als Zukunftsplan vorgelegt hatte: Eine deutlich größere Rakete bringt darin zunächst ein Raumschiff in den erdnahen Orbit, landet dann auf der Startrampe und erhält einen Treibstofftank als Nutzlast. Diesen bringt sie dann innerhalb von kürzester Zeit ebenfalls in den Orbit, wo das bis dato leere Raumschiff dann vollgetankt wird. Erreicht Musks Firma diesen nächsten Meilenstein, ist auch ein Schritt in Richtung dieser Vision getan.

Wie Engadget anmerkt, ging in der Aufregung um die erfolgreiche Boosterlandung die erfolgreiche Bergung eines anderen Raketenteils unter: Die aerodynamische Spitze der Rakete schaffte es mit in zwei Teilen mit lenkbaren Fallschirmen und eigenen kleinen Triebwerken ebenfalls heil zurück zur Erde. Das Bauteil hat einen Wert von immerhin sechs Millionen Dollar — eine weitere Kostenersparnis für den nächsten Start

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