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So lasst ihr Stalker bei Snap Map außen vor

Liz Stinson 26.06.2017

Auf Snap Map wird der Standort jedes einzelnen Snapchat-Nutzers in Echtzeit angezeigt. So wisse man immer, wo die Freunde gerade sind, wirbt Snapchat. Kinderschutzorganisationen warnen davor, das neue Feature einzuschalten: Stalker hätten hier leichtes Spiel. WIRED erklärt, wie man Snap Map deaktiviert.  

Snapchat hat im Prinzip schon immer gewusst, wo genau ihr gerade unterwegs seid. Habt ihr wirklich gedacht, dass alle den „Grüße vom Brandenburger Tor“-Filter angezeigt bekommen? Bisher hat Snapchat nicht allzu viel mit euren Standortdaten angefangen. Sie wurden für passende Geofilter und standortspezifische Geschichten genutzt. Klar, die App braucht euren Standort auch, damit Werbepartner euch ihre Produkte besser verkaufen können, aber welcher Social-Media-Riese tut das nicht?

Vergangene Woche hat Snapchat nun eine Funktion vorgestellt, die Standortdaten auf eine ganz andere Weise nutzt: Snap Map erkennt euren aktuellen Standort und markiert euren Bitmoji Avatar mit einem Pin auf einer Karte. Andere Nutzer können so genau erkennen, wo ihr gerade seid, bis hin zur genauen Adresse. Das ist vergleichbar mit Apples Find My Friends und Facebooks Live Location Feature – in diesem Fall aber eben Snapchat, der Dienst, den gerade die Jüngeren nutzen. Entsprechend kritisch sehen viele das neue Feature.

Snapchat propagiert Snap Map als lustige und bequeme Art, sich mit Freunden zu verbinden. Die Kehrseite: Auch nicht so freundlich gesonnene Snapchat-Nutzer bekommen unter Umständen mit, wo man sich gerade aufhält. Zumal der eigene Standort nicht nur dann aktualisiert wird, wenn man einen Snap postet, sondern immer wenn man die App öffnet. Alle Kontakte haben also einen guten Überblick über das eigene Bewegungsprofil, wenn man Snapchat regelmäßig nutzt. Kinderschutzorganisationen wie Childnet International warnen deshalb vor dem Aktivieren der Funktion.

Wie funktioniert das Opt-out?

Die gute Nachricht: Snap Map wird nicht einfach so aktiviert, ihr müsst erst die App updaten. Dabei könnt ihr euch auch dafür entscheiden, euren Standort nicht mit anderen zu teilen. Öffnet ihr Snapchat zum ersten Mal nach dem Update, bekommt ihr ein Tutorial, das euch Schritt für Schritt erklärt, wie Snap Map funktioniert. Zuerst lernt ihr, wie ihr die Karte vergrößern könnt, dann wird gefragt, wer den Standort sehen darf.

Es gibt drei Möglichkeiten: 1. alle deine Freunde, 2. ausgewählte Freunde oder 3. nur ich. Aktiviert man „nur ich“, nennt Snapchat das den Ghost Mode. Er lässt deinen Avatar aus anderen Karten verschwinden; wie ein wahrer Poltergeist, kannst du die anderen sehen, aber sie dich nicht. Super für stille Beobachter! Aber denkt daran, Snapchat ist allsehend und allwissend (durch die Sensoren an euren Handys) und kann immer noch euren Standort bestimmen. Um die Standortdaten ganz auszuschalten, müsst ihr in den Einstellungen eures Handys unter Snapchat auf „Standort“ klicken und dann „Nie“ auswählen.

Wer das einmal durchlaufen hat, im Nachhinein dann doch noch etwas ändern möchte: Öffnet die Snap Map und klickt oben rechts auf Einstellungen, um zu entscheiden, wer das Privileg hat, euch auf Schritt und Tritt zu verfolgen. 

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED.com.
Das Original lest ihr hier.

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