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So schaut die Zukunft von Pokémon Go, Harry Potter und Ingress aus

WIRED Staff 29.06.2018 Lesezeit 3 Min

Die Entwickler von Pokémon GO wollen ihre Augmented-Reality-Plattform in diesem Jahr auch für andere Spielemacher öffnen. Dazu haben sie jetzt einen kleinen Einblick gegeben, was AR-Gamer zukünftig erwarten dürfen.

Das einst aus einem Google-Projekt hervorgegangene Start-up Niantic ist derzeit der Augmented-Reality-Spielemacher schlecht hin. Denn mit Pokémon Go haben die Entwickler aus San Francisco Millionen Spieler auf der ganzen Welt in ihren Bann gezogen – und viele weitere in tiefe Sinnkrisen gestürzt und den Medien den perfekten Sommerlochfüller geliefert. Aber so erfolgreich Pokémon Go auch ist, so überzeugend die Verknüpfung von Spiel und Orten auch funktioniert, die Optik ist bisher vergleichsweise unspektakulär. Vor allem da sich die Taschenmonster nicht wirklich gut in die echte Umwelt einfügen.

Blickt der Spieler auf sein Smartphone, hängt das aufgetauchte Pikachu nicht selten in einem Busch oder schwebt über einem Teich. Genau das will Niantic aber bald mit einem Ausbau seiner sogenannten Real World Platform ändern, wie bereits eine kurze Demo zeigt. Dank der Occlusion-Technologie soll die Augmented-Reality-Plattform die Umgebung nicht mehr nur als flache Ebene verstehen, sondern auch Raumtiefe, Strukturen und vorhandene Hindernisse aus dem Kamerabild lesen können.

Statt dass ein Pikachu wie bisher stets sichtbar durch Tische, Wände oder Beine gleitet, verschwindet es dank Occlusion-Technologie hinter Blumenkübeln oder weicht gar den Beinen von Passanten aus. Das macht das Spielgeschehen viel glaubhafter. Hinter dem Feature steht das britische Start-up Matrix Mill, das Niantic soeben erst aufgekauft hat. Das hat ein Neuronales Netz geschaffen, dass auf die Erkennung und Verortung von „Echtweltobjekten“ trainiert wurde – wie eben Bäume, Menschen, Tische, Stühle oder auch Autos und Mülleimer.

Ob und wann das derzeit im Proof-of-Concept-Status befindliche Freature in Pokémon Go ankommt und die Spieler dazu zwingt, Pokémon hinter Büschen und Bäumen zu suchen, das ist noch unklar. Jedoch hat Niantic angekündigt, dass das Unternehmen in den kommenden Wochen mehr Informationen zu aktuellen wie auch kommenden Games verraten will. Darunter dürfte auch das Erscheinungsdatum vom lange erwarteten Harry Potter: Wizards Unite sein, weitere Details zum Neustart von Ingress als Ingress Prime und wohl auch Neon. Bei letzterem handelt es sich ein Mehrspieler-AR-Game, in dem sich die Spieler, die über ein lokales Peer-to-Peer-WLAN verbunden werden, mit Energiegeschossen bekämpfen – und dabei, nun ja, ziemlich albern aussehen.

Nicht zu Letzt hat Niantic nun auch verkündet, dass die Real World Platform gen Ende des Jahres auch erstmals anderen Entwicklern zugänglich gemacht werden soll. Dabei soll es sich vorerst um eine kleine Zahl von ausgewählten Studios handeln, die damit experimentieren und eigene Games erschaffen können. Namen mochte das Unternehmen da allerdings noch keine nennen. Jedoch ist bekannt, dass über die vergangenen Jahre schon einige große Namen der Videospielindustrie mit dem Start-up in Kontakt getreten sind.