Mit dieser Software könnt ihr euch Fußballübertragungen in 3D anschauen

Benedikt Plass-Fleßenkämper 05.11.2015 Lesezeit 2 Min

Einem Team von Wissenschaftlern ist es mithilfe der Grafik-Technologie des Videospiels „FIFA 13“ gelungen, eine Fußballübertragung in Echtzeit von 2D in 3D umzuwandeln. Dank der neuen Methode könnten Livepartien künftig per VR-Brille oder 3D-Fernseher um Bilder mit räumlicher Tiefe erweitert werden.

Mitarbeiter des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und des Qatar Computing Research Institute (QCRI) haben ihre Technikstudie „Gradient-based 2D-to-3D Conversion for Soccer Videos“ auf einer Konferenz in Australien vorgestellt. Mit der Methode soll es theoretisch möglich sein, jede Fußballübertragung mithilfe eines 3D-Fernsehers oder einer Virtual-Reality-Brille wie Oculus Rift in dreidimensionalen Bildern anzuschauen. Als Grundlagen für die Umwandlung dienen den Forschern das Videospiel „FIFA 13“ und Microsofts Analyse-Software „PIX“.

Mit dem Programm nehmen die Wissenschaftler zehntausende Screenshots des Fußball-Games auf und fertigen anhand der Bilder passende 3D-Abzüge. Ein Bilderkennungsprogramm vergleicht im Anschluss die Screenshots mit Einzelbildern der TV-Übertragung anhand des Blickwinkels und der Spielerpositionierung.

Auf diese Weise erhält jedes 2D-Bild des echten Fußballspiels mehr als zehn ähnliche 3D-Gegenstücke aus dem Videospiel. Anschließend geht der Algorithmus noch weiter in die Tiefe und sucht das eine Bild mit möglichst exakter Übereinstimmung. Die daraus gewonnenen 3D-Daten legt die Software im nächsten Schritt über die 2D-Aufnahmen und fügt die Ebenen zusammen. Der 3D-Effekt soll laut ersten Umfragen unter Testpersonen recht gut sein, auf einer Skala von 1 bis 5 (von schlecht bis ausgezeichnet) erhielt die Technik im Schnitt eine solide 4.

Ziel des Projekts ist es, die Umwandlung von 2D-Aufnahmen in 3D in Echtzeit ablaufen zu lassen. Aktuell benötigt der Prozess noch eine Drittelsekunde, allerdings arbeiten die Wissenschaftler daran, die Verarbeitungszeit zu reduzieren. Das Team hofft, dass die bei TV-Übertragungen ohnehin auftretende technische Zeitverzögerung von ein bis zwei Sekunden als zusätzlicher Puffer zur Optimierung genutzt werden kann.

Hanspeter Pfister, Professor an der Harvard University, ist begeistert von dem Prototypen: „Das ist eine clevere Art, wie Spielinhalte verwendet werden, um bessere Ergebnisse und eine möglichst große Menge an Referenzdaten zu erzeugen.“

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