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Microsoft will Paint abschaffen – aber ein Funken Hoffnung bleibt

Matt Burgess 24.07.2017

Mehr als drei Jahrzehnte lang war Microsofts Paint der treue Helfer, wenn es um die eigene Kreativität ging. Nun wird die Software ersetzt. Allerdings hat Microsoft auf all das Bedauern der bisherigen Nutzer reagiert und bietet einen Kompromiss.

Update, 25.7.2017: „MS Paint is here to stay“, schreibt Microsoft in einem Blogpost und nimmt damit Bezug auf das große Bedauern der Paint-Nutzerschaft. Viele hatten auf die Ankündigung vom Vortag reagiert, dass die Software nicht mehr Teil des Windows 10 Creators Updates sein würde. Nun der Kompromiss: Microsoft Paint soll im Windows Store als Ergänzung zu Paint 3D erhältlich bleiben.

Hier die Originalmeldung, die so viele mit Bedauern auffassten:

Seit 32 Jahren zuverlässiger Freund all jener, die gern malen (oder zumindest so tun): die allgegenwärtige Software Microsoft Paint gibt es bald nicht mehr. Seit 1985 war Microsoft Paint ein wichtiger Bestandteil für jeden, der das Microsoft-Betriebssystem und Computer generell zu verstehen versuchte. Gelauncht wurde Microsoft Paint mit der Windows 1.0-Version. In der aktuellen Windows-10-Version (for Creators), die im Herbst gelauncht wird, wird die Software fehlen.

Das Creators-System wird stattdessen eine Paint 3D App beinhalten, die aber nur dem Namen nach der bisherigen Paint-Anwendung ähnlich ist. Besonders ausgefeilt war Paint noch nie, wurde von Nutzern aber wegen all der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten geschätzt. Nicht zuletzt gehen viele Stunden des Einfach-so-vor-sich-hin-Malens auf das Konto der Software.

Hier sind einige Beispiele für das, was mit Paint alles möglich war – und künftig so nicht mehr sein wird.

Pixel Painter

Hal Lasko war ein 97 Jahre alter blinder Mann, der Microsoft Paint nutzte, um seine Kunstwerke zu malen. Bekannt wurde er als „Pixel Painter“ – „Der Pixel-Maler“, der als Künstler zu arbeiten begann, als er zum 85. Geburtstag einen Computer geschenkt bekam. Einige seiner Werke hätten „hunderte Stunden“ gedauert, heißt es auf einer Website, die in Laskos Namen erstellt wurde. Vor seinem Tod 2014 begann Hal Lasko seine Gemälde zu verkaufen, und Microsoft nutzte seinen Erfolg, um ihn in den reichweitenstarken Superbowl-Werbeclips des Unternehmens auftreten zu lassen.

Mike Bloomberg
 

Wie könnte man eine bessere Geburtstagskarte für den Microsoft-Erfinder basteln als mit dessen eigener Software?! Mike Bloomberg, Unternehmer und Langzeit-Bürgermeister von New York, sandte Bill Gates zu dessen Geburtstag 2014 das mit Paint verfremdete und geburtstäglich dekorierte Foto der beiden. 

Pat Hines
 


Der Künstler Pat Hines aus Boston hat sich aufs Malen mit Microsoft Paint spezialisiert. Seine Werke beeindrucken nicht nur Fans, sondern auch das Unternehmen selbst. In einem Blogpost schreibt Microsoft, Hines habe „es als Vorteil erkannt, dass ein einziges Pixel seine Kunst deutlich verändern kann“. Hines arbeitet demnach jeweils drei Stunden pro Tag an seinen Paint-Werken und benötigt manchmal bis zu drei Wochen, um eines zu vollenden. Der Künstler sagt: „Die Einfachheit und die engen Grenzen von Paint machen es für mich attraktiv.“ Bekannt wurde er vor allem mit einem Werk, das Bill Gates zeigt – der ein Bild von Bill Gates hält, der ein Bild von Bill Gates hält usw.

Reddit
 


Das Subreddit r/mspaint mit dem Fokus auf Microsoft Paint ist eine sehr aktive Community. Die Zahl der Mitglieder ist zwar nicht überragend hoch (rund 3000), aber hunderte mit Paint kreierte kleine Kunstwerke wurden dort bisher gepostet. 

Paint, we will miss you. 

Dieser Artikel erschien zuerst bei WIRED UK.
Das Original lest ihr hier.

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