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In den Niederlanden fahren bald E-Frachter

WIRED Staff 15.01.2018 Lesezeit 2 Min

In den Niederlanden sollen zwei elektrisch angetriebene Binnenschiffe ab Herbst Fracht transportieren. Austauschbare Akkus in Form von ISO-Containern und die geringen Wartungskosten machen das Projekt umwelttechnisch und wirtschaftlich äußerst lohnenswert.

Die beiden ersten elektrischen Frachtkähne der Firma Port-Liner werden vom Logistikunternehmen GVT angemietet. Sie sollen auf der Strecke zwischen Tilburg und Rotterdam verkehren. 15 weitere der umweltfreundlichen Boote in verschiedenen Größen sollen in den kommenden zwei Jahren gebaut werden und sind bereits an Reedereien und andere Unternehmen vermietet.

Beide Schiffe können bei einer Länge von 110 Metern und einer Breite von 11,4 Metern jeweils 270 Container transportieren. Die Energie speichern je vier Akkus in der Größe von 20-Fuß-Containern mit einer Kapazität von insgesamt 7,2 Megawattstunden. Diese reichen für 35 Stunden Fahrbetrieb und lassen sich je nach Bedarf schnell auswechseln oder innerhalb von vier Stunden aufladen. Für den Weg zwischen Rotterdam und Tilburg benötigen die Boote neun Stunden pro Strecke.

Die akkubetriebenen Küstenschiffe bringen gegenüber ihren dieselbetriebenen Vorgängern eine Menge Vorteile mit: Nicht nur laufen sie emissionsfrei, sie haben auch mehr Frachtkapazität und weniger Wartungsaufwand. Da sie zum Beispiel keinen Maschinenraum benötigen, passen rund acht Prozent mehr Fracht auf die Elektroboote. Außerdem fördert die Europäische Union die Entwicklung der umweltfreundlichen Wassertransportmittel mit rund sieben Millionen Euro.

Langfristig plant Port-Liner, seine Schiffe autonom zu betreiben. Laut der Werft sind sie bereits jetzt so gebaut, dass sich die entsprechenden Funktionen nachrüsten lassen. Nicht nur die Automobilindustrie, sondern auch die Binnenschifffahrt entwickelt sich also in Richtung elektrischer autonomer Fahrzeuge.