/Tech

Google misst jetzt auch die Luftverschmutzung in US-Städten

Benedikt Plass-Fleßenkämper 07.06.2017

Google hat seine Street-View-Fahrzeuge benutzt, um die Luftverschmutzung in US-Städten zu messen. Erstes Ergebnis der Studie: Detaillierte Karten von Oakland, Kalifornien, auf denen genau ersichtlich ist, wo beispielsweise die Dioxin- und CO2-Belastung am höchsten ist.

Die Autos von Google Street View können mehr, als nur Aufnahmen von den Straßen dieser Welt zu machen. In Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien hat Google seine Fahrzeuge für die Studie High-Resolution Air Pollution Mapping with Google Street View Cars: Exploiting Big Data eingesetzt, um die Luftverschmutzung in der 400.000-Einwohner-Stadt genau zu erfassen.

Für das Projekt arbeitete Google mit der University of Texas in Austin, der nichtstaatlichen Umweltorganisation Environmental Defense Fund (EDF) und dem Unternehmen Aclima zusammen. Zwischen Mai 2015 und Mai 2016 fuhren Street-View-Autos insgesamt mehr als 25.000 Kilometer quer durch Oakland und sammelten mit speziellen Sensoren Messdaten über die Luftqualität in der Großstadt. Normalerweise werden derlei Daten mit festen Stationen ermittelt, die Google-Fahrzeuge hatten dank ihrer Mobilität die Möglichkeit, deutlich präziser zu arbeiten.

Im Studienzeitraum rollten die Fahrzeuge durchschnittlich 30 Mal über jede Straße Oaklands, woraus insgesamt 2,7 Millionen Messpunkte entstanden. Daraus generierte Google eine interaktive Google-Maps-Karte, die das EDF auf seiner Website veröffentlicht hat.

Die spezielle Straßenkarte von Google Maps erklärt, wie es zu den Luftqualitätsproblemen in den verschiedenen Ecken von Oakland kommt

Die Umweltorganisation zeigt unter anderem, in welchen Straßen die Belastung mit CO2 oder Stickstoff am höchsten ist. Wie zu erwarten, fallen die Werte auf und in der Nähe von Highways am höchsten aus, weil hier unter anderem schwere Trucks fahren. Hohe Gebäude sorgen ebenfalls dafür, dass für Menschen gesundheitsschädliche Risiken entstehen, weil in solchen Arealen der Frischluftaustausch gestört ist. Aufgrund der hohen Luftverschmutzung gibt es in Oakland doppelt so viele Asthmatiker wie im Alameda County, das sich ebenfalls in der San Francisco Bay Area befindet.

Laut einem Blogpost von Aclima war die Studie ein Pilotprojekt, das in Zukunft ausgeweitet werden soll. Das Unternehmen, das unter anderem Sensoren und Cloud-Lösungen anbietet, traf schon im September 2015 eine Vereinbarung mit Google, dass die Street-View-Fahrzeuge in weiteren US-amerikanischen Städten die Luftverschmutzung messen sollen.

Bis heute sind die umgerüsteten Autos schon fast 130.000 Kilometer durch Kalifornien gefahren, um beispielsweise in San Francisco und Los Angeles Daten für weitere Umweltstudien zu erheben. Sie sollen in den kommenden Monaten veröffentlicht werden.

Jetzt WIRED Member werden und mit uns in die Zukunft starten!

Mit im Paket: 4 Magazin-Ausgaben im Jahr und der Member-Zugang zu exklusiven Inhalten auf WIRED.de sowie weitere Vorteile nur für Member.

Member werden