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Google macht KI-basierte Übersetzungen jetzt auch offline verfügbar

WIRED Staff 13.06.2018 Lesezeit 2 Min

Die Google-Übersetzer-App arbeitet mit Neural Machine Translation. Die Technik bietet gute bis sehr gute Übersetzungen. Aber das funktioniert nur, wenn die Applikation auf die Cloud zugreifen kann. Bald soll der KI-gestützte Dolmetscher aber auch offline funktionieren.

Vor rund zwei Jahren stellte Google seine Neural Machine Translation (NMT) vor. Das dahinterstehende Neuronale Netz versteht die Semantik von Satzstrukturen und lernt mit jeder Aufgabe und Korrektur dazu. Es übersetzt einen Satz in seiner Gesamtheit, beachtet Kontext und kann Sinnhaftigkeiten reproduzieren statt, wie bisherige Machinen-Übersetzungs-Technologien, nur Phrasen zu dolemtschen. Damit wird vielfach eine akkuratere und verständlichere Übersetzung möglich. Aber: Bislang war NMT nur online verfügbar. Die Offline-Übersetzung der Google-App funktioniert nur Phrasen-basiert. Durch das neue Update wird die Übersetzungsfunktion nun aber auch ohne Anbindung ans Internet nutzbar, wie Techcrunch berichtet.

Die Installation des knapp 45 Megabyte großen Updates dürfte sich vor allem bei Auslandsreisen lohnen, wo nicht immer Internet vorhanden ist. Um das Feature zu nutzen, muss in der App der Unterpunkt „Offline-Übersetzung“ ausgewählt werden. Hier lassen sich dann einzeln die derzeit 59 Sprachpakete herunterladen, die zwischen 35 und 45 Megabyte wiegen. Dennoch: Online-NMT-Übersetzungen sind meist noch etwas akkurater, da hier auf eine noch umfangreichere Datenbank, stetig neue Lernresultate und mehr Ressourcen zugegriffen werden kann.

Die ersten Nutzer sollen schon jetzt das Update laden und nutzen können – breit ausgerollt werden soll die neue Version der Google-Übersetzer-App in einigen Wochen. Google ist allerdings nicht das erste Unternehmen, das NMT-Übersetzungen auch offline anbietet. Microsoft startete bereits im April ein Update für seine Übersetzer-App, das ebenfalls durch den Download von Sprachpaketen funktioniert. Allerdings unterstützen aktuell nur elf der insgesamt 44 verfügbaren Sprachen das Feature. Weitere sollen jedoch bald folgen.