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Google ermöglicht den Faktencheck bei Suchergebnissen

WIRED Staff 10.04.2017

Wie zuvor schon Facebook will Google mehr gegen Fake News tun. Das Unternehmen hat ein neues Feature für Suchergebnisse veröffentlicht: Der Wahrheitsgehalt angezweifelter Treffertexte kann in bestimmten Fällen von Partnern des Unternehmens nachgewiesen werden. Die Funktion soll nach und nach nicht nur bei den Google News, sondern auch bei den reinen Suchergebnissen eingeführt werden.

Googles Suchergebnisse haben die Wahrheit nicht gepachtet: Immer wieder verbreiten sich als Top-Ergebnisse auch Falschmeldungen und Gerüchte, die schnell ein Eigenleben entwickeln. Künftig sollen kritische Suchergebnisse entsprechend markiert werden. Ein Snippet zeigt dann an, wer eine Behauptung aufgestellt hat, was genau diese beinhaltet und was eine weitere Quelle dazu sagt. Kommen unterschiedliche Nachrichtenquellen zu unterschiedlichen Ergebnissen, wird dies ebenfalls angezeigt, schreibt Google im entsprechenden Blog-Eintrag.

Bereits in den Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl hatte Google das System zum Faktencheck in begrenztem Umfang erstmals getestet, berichtet Re/Code. Nun ist das Feature für News und Suchergebnisse eingeführt — theoretisch weltweit und in unterschiedlichen Sprachen. Prüfen können die Fakten hinter den Schlagzeilen eingetragene Partner, die mit Schema.org ClaimReview arbeiten. Im Zweifelsfall kann der Nutzer auch die Geschichte eines Faktenchecks nachvollziehen, ähnlich wie bei Wikipedia. So soll sich jeder letztlich eine eigene Meinung bilden können, was der Wahrheit entspricht und was nicht, dabei aber möglichst vollständige Informationen zur Verfügung haben.

Ein Schwachpunkt des Systems von Googles Faktencheck ist die unterschiedliche Geschwindigkeit in der Verbreitung von Lüge und Wahrheit: Es dauert wenige Minuten, eine Falschmeldung ins Netz zu setzen, während die Überprüfung von Aussagen Tage benötigen kann. Entsprechend dürften Googles Suchergebnisse auch künftig Dinge mit fragwürdigem Wahrheitsgehalt ohne Markierung beinhalten — zumindest, wenn diese neueren Datums sind.

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