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Tesla gibt Einblick in seine 5-Milliarden-Gigafactory

Elisabeth Oberndorfer 01.08.2016

In der Wüste von Nevada will Tesla in Zukunft Batterien für eineinhalb Millionen Fahrzeuge im Jahr produzieren. Dafür braucht CEO Elon Musk nicht nur tausende Mitarbeiter, sondern auch viele Roboter.

„Was hier passiert, hat noch niemand vor uns gemacht”: Mit gewohnt unbescheidenen Worten präsentierte Tesla-CEO Elon Musk am vergangenen Wochenende seine Gigafactory. Ein ausgewähltes Publikum durfte die Baustelle in der Wüste des US-Bundesstaates Nevada besuchen und von Musk persönlich erfahren, was die Pläne für die kommenden Jahre sind. Schon 2017 will der Elektroautohersteller hier die ersten Batterien produzieren. Mit dem Bau der Produktionsstätte, die fünf Milliarden Dollar kosten soll, hat das Unternehmen im November 2014 begonnen.

Die volle Kapazität erreicht die Gigafactory allerdings erst in einigen Jahren. 2018 plant der Produzent, Batterien im Gesamtvolumen von 50 Gigawattstunden zu fertigen. Das entspricht etwa 500.000 Pkws, die damit ausgestattet werden. Ab 2020 rechnet die Gigafactory bei voller Kapazität mit 150 Gigawattstunden pro Jahr, was 1,5 Millionen Tesla-Autos entspricht.

Für sein bisher günstigstes Fahrzeug, das Model 3, hat Tesla rund 373.000 Vorbestellungen erhalten, was die Auslieferung laut Analysten um Jahre verzögern könnte. Eine Fabrik in Größenordnung der Gigafactory hat der Hersteller deshalb dringend nötig. Die Fläche beträgt 55.742 Hektar, laut Musk ist es gemessen an der Grundfläche das größte Gebäude der Welt. 93 Boeing-747-Jets haben im Gigafactory-Grundriss Platz, versucht der Geschäftsführer die Größe zu veranschaulichen.

Bei Bekanntgabe des Bauprojekts hieß es, dass Tesla etwa 6500 Mitarbeiter in der neuen Fabrik beschäftigen werde. Jetzt spricht das Unternehmen mittlerweile von 10.000 Fachkräften, die für die Batterieproduktion gesucht werden. Die ersten Bilder und Videos des Werks zeigen allerdings auch hochautomatisierte Prozesse. Die Fertigung einer Batterie wurde von Grund auf bis zum Ende neu konzipiert, erklärte Musk bei der Präsentation. Die vollautonomen Roboter übernehmen unterschiedlichste Tätigkeiten, mit Beacons werden sie durch die Räume geleitet. Wie viele Roboter die fertige Gigafactory zählen wird und welche Aufgaben das menschliche Personal übernimmt, ist noch nicht bekannt.

Betrieben wird die fertige Gigafactory mit erneuerbarer Energie, weshalb dem Autobauer die Fusion mit dem Energieunternehmen SolarCity gelegen kommt. Die Fahrzeuge selbst baut Tesla weiterhin in der Produktionsstätte im kalifornischen Fremont zusammen, wo auch das Hauptquartier liegt. CEO Musk träumt schon vor der Eröffnung der Gigafactory von deren Nachfolgeprojekt: „Bei der Gigafactory 2 werden wir alle Prozesse an einem Ort vereinen.“

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