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Deepfakes sind der Anfang: Forscher warnen vor Künstlicher Intelligenz

WIRED Staff 22.02.2018 Lesezeit 2 Min

Eine Gruppe aus 26 Forschern hat einen 100 Seiten langen Report über die Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI) verfasst. Vor allem der mögliche Missbrauch mächtiger Algorithmen steht dabei im Fokus: Weil KIs immer einfacher zu benutzen sind, steigt die Gefahr, dass Kriminelle sie für ihre Zwecke nutzen.

ImMalicious AI Report geht es nicht um Szenarien wie etwa die Rebellion der Maschinen oder Killerroboter: Stattdessen zeigen 26 Wissenschaftler darin die ganz konkreten Gefahren von Künstlicher Intelligenz, die es bereits jetzt gibt und die in den kommenden Jahren der breiten Masse zugänglich werden. Wie Motherboard berichtet, sind sich die Verfasser dabei auch nicht immer einig —einige gemeinsame Punkte haben sie dennoch gefunden.

Deepfakes, also per KI erstellte Fälschungen von Pornos mit den Gesichtern Prominenter, sind für die Forscher nur der Anfang: Wenn Privatleute derart mächtige Machine-Learning-Algorithmen zur Videomanipulation benutzen, könnten auch andere Bewegtbilder gefälscht werden. So könnte zum Beispiel ein politischer Konflikt schnell eskaliert werden, indem etwa einem Politiker eine Kriegserklärung in den Mund gelegt wird. Nicht nur bewegte Bilder, sondern eben auch die Stimmen können bereits mit KI immitiert werden.

Auch autonome Waffen werden bereits von Kriminellen eingesetzt: Zum einen werden Computerviren und Trojaner immer autarker sowie reaktionsfähiger und können weitreichende Angriffe durchführen. Die nächste Gefahr: automatisiertes Social Engeneering. Zum anderen bieten immer mehr vernetzte Geräte und Roboter die Möglichkeit, ganz konkrete Schäden in der physischen Welt zu verursachen — ganz ohne den Einsatz von automatisierten Waffen.

KI-gestützte Terroristen, Kriminelle und Agenten werden laut dem Report in den nächsten fünf Jahren deutlich mächtiger werden. Einen positiven Aspekt nennen die Forscher dennoch in ihrem Bericht: Je mehr Gewicht smarte Algorithmen im Leben erhalten würden, desto mehr müssten auch Politik über deren Regulierung nachdenken. Dazu seien dann internationale Abkommen und nationale Gesetze nötig.