Facebook warnt künftig vor Lauschangriffen durch die Regierung

Benedikt Plass-Fleßenkämper 20.10.2015 Lesezeit 2 Min

Kriminelle Hacker sind eine große Gefahr für Facebook. Aber wie sieht es mit Zugriffsversuchen durch die Geheimdienste aus? In Zukunft will Facebook seine Nutzer mit einer Meldung warnen, wenn Profile durch Mitarbeiter von Regierungen ausgespäht werden.

Facebook verschickt künftig eine Warnmeldung an Nutzer, deren Profil von staatlichen Hackern attackiert wurde. Alex Stamos, Chief Security Officer bei Facebook, erklärt in einem Blog-Posting: „Wir haben uns dazu entschieden diese zusätzliche Warnung einzubauen, wenn wir den starken Verdacht eines durch eine Regierung geförderten Angriffs haben. Derartige Attacken sind in der Regel gefährlicher und fortgeschrittener als andere.“

Der ehemalige Yahoo-Sicherheitschef empfiehlt all jenen, die von einem derartigen Angriff betroffen sind, ihr Profil per Zwei-Faktor-Authentifizierung abzusichern. Außerdem sollten sie ihr Gerät — egal, ob Rechner, Smartphone oder Tablet — auf Malware untersuchen.

Stamos betont außerdem, dass Facebook in den meisten Fällen nicht erklären werde, warum das Unternehmen davon ausgeht, dass es sich um eine staatlich gesteuerte Attacke handelt. Man werde derartige Meldungen auch nur bei einem starken Verdacht aktivieren, wenn „die Beweislast unsere Annahme stark untermauert“.

Um die Sicherheit der User und ihrer Profile zu erhöhen, hatte Facebook in der Vergangenheit schon mehrere Maßnahmen unternommen. Seit letztem Jahr kann man sich aus dem TOR-Netzwerk anonym mit dem sozialen Netzwerk verbinden — was allerdings auch keine totale Sicherheit garantiert. Außerdem ist es möglich, bei Facebook einen öffentlichen PGP-Schlüssel zu hinterlegen und Status-E-Mails des Social Network verschlüsselt zu empfangen.