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Facebook testet Sparte mit lokalen News

WIRED Staff 11.01.2018

Das soziale Netzwerk testet in den USA in seiner App eine eigene Sektion für lokale News. Die Sparte „Today In“ soll die Nutzer über Neuigkeiten, Ankündigungen und Events in ihrer Umgebung informieren.

Aktuell läuft der Test von Facebook in sechs amerikanischen Städten, soll aber bei positivem Feedback ausgebaut werden. In der neuen Sektion der Facebook-App werden lokale News und Infos angezeigt, die zuvor mit Hilfe von Machine Learning für die Publikation ausgewählt wurden. Zusätzlich sorgt das News Partnerships Team für die Verifizierung der Themen. Besonders wichtig ist Facebook die Integration der Inhalte von lokalen Verlegern, die dadurch, wie auch bei den Instant Articles, neue Einnahmequellen erhalten sollen. Möglicherweise können die Nutzer Medienberichten zufolge zu einem späteren Zeitpunkt auch Lokalnews von anderen Städten folgen, die für sie interessant sind.

Die neue Sektion ist Teil von Facebooks Journalism Project, das kurz nach den US Wahlen im vergangenen Jahr startete. Ziel des Projekts ist, die Verbreitung von Fake News zu stoppen. Russland nahm offenbar durch das Streuen von Falschmeldungen auf Facebook und per Twitter Einfluss auf den Wahlkampf, Kritiker mahnten daraufhin die mangelnde Verantwortung der sozialen Medien an. Neue Aufmerksamkeit erhielt das Thema auch durch ein weitgeteiltes Essays des bekannten Beraters Roger McNamee, das das Soziale Netzwerk außer Kontrolle sieht und konkrete Regeln dafür fordert.

Seitdem hat Facebook einige Maßnahmen gestartet, um Fake News zu bekämpfen, wie etwa die Einführung von Labels, die wichtige News oder potenzielle Falschmeldungen kennzeichnen. Im Rahmen der neuen Maßnahmen sucht Facebook auch den Kontakt zu Verlagen. Für die teilnehmenden Verlage könnte sich die Integration in der neuen Lokalnews-Sparte durch den höheren Traffic auf ihren Seiten auszahlen, der wiederum für höhere Werbeeinnahmen sorgen könnte. Auf der anderen Seite bedeutet die Kooperation für die Verlage aber eine wachsende Abhängigkeit, Kritiker des Journalism Project sehen die Unabhängigkeit der Presse in Gefahr.