EY: Digitalisierung und Big Data

24.04.2018 Lesezeit 8 Min

Big Data in wertvolles Wissen wandeln, sensible Daten schützen und komplexe Vorhersagemodelle entwickeln – so macht Ernst & Young, einer der Marktführer in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Management- und Transaktionsberatung, Unternehmen fit für die digitale Zukunft und transformiert ganze Branchen.

Carsten Bojert - EY

Doch welche konkreten Herausforderungen müssen Berater meistern angesichts einer sich rasant wandelnden Wirtschaftslandschaft? Welche Chancen bietet die Digitalisierung für EY und seine Mandanten? Und auf welche neuen Aufgaben und Hindernisse müssen sich Berufseinsteiger gefasst machen, wenn sie bei EY einsteigen wollen? Ein Interview mit Carsten Bojert gibt Antworten auf diese spannenden Fragen. Der Master-of-Science-Absolvent arbeitet für EY in multidisziplinären Teams und hat in der Vergangenheit Transformationsprojekte im Bereich SAP geleitet, insbesondere im Bereich Handel und E-Commerce.

Was bedeutet für Sie das Thema Digitalisierung in beruflicher und privater Hinsicht?

Carsten Bojert: Ich finde es spannend zu sehen, wie rasant sich die Welt durch die Strukturierung und Verknüpfung von Daten ändert. Ganze Branchen entstehen oder transformieren sich radikal. Für unsere Kunden heißt das: Wer weiterhin erfolgreich sein will, muss die richtige Digitalisierungsstrategie finden. Privat bedeutet das für mich, etwas abstrakt gesagt: Ich kann von überall auf eine enorme Menge an immer mehr Informationen zugreifen. Das heißt: Ich weiß, zu welcher Tageszeit ich die beste Chance habe, bei meinem Optiker sofort bedient zu werden, wie lange meine Fahrt durch den morgendlichen Berufsverkehr dauern wird oder wie und warum sich mein Schlaf in den letzten Wochen verbessert hat. Das macht den Alltag bequemer und führt dazu, dass ich immer bessere Entscheidungen treffen kann.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit als Berater bei EY aus?

Carsten Bojert: Den „typischen Tag“ gibt es eigentlich nicht – die Woche wird immer bestimmt durch die aktuellen Projekte und die anstehenden Abstimmungen mit den verschiedenen Teams, in denen ich arbeite. Am Montag und Freitag stehen die Chancen gut, mich im Berliner EY-Büro anzutreffen. Dienstags bis donnerstags fliege ich meistens zum Projektstandort, um dort vor Ort mit unserem Kunden und meinem Team zusammenzuarbeiten. Trotz Technologien wie Video-Calls und modern ausgestatteten Videokonferenzräumen ist die persönliche Zusammenarbeit einfach unverzichtbar. Meine Arbeit erfordert eine enge Abstimmung mit dem Projektleiter des Kunden und den fachlichen Ansprechpartnern, zum Beispiel den für einen Prozess verantwortlichen Mitarbeitern der IT-Abteilung. Dann wiederum gibt es Tage, an denen ich meine Arbeit von überall erledigen kann – zum Beispiel von zu Hause oder an einem anderen EY-Standort –, so lässt sich der Beruf als Berater noch besser mit dem Privatleben vereinbaren. Ich kann mir heute gar nicht mehr vorstellen, einen Job zu haben, an dem ich fünf Tage pro Woche am gleichen Schreibtisch sitze. Das wäre mir zu viel Routine.

Wie sind Sie zu Ihrer jetzigen Position gekommen?

Carsten Bojert: Nach meinem erfolgreichen Bachelor-Abschluss in Anglistik und Kommunikations- und Medienwissenschaft in Düsseldorf habe ich zunächst mehrere Jahre Erfahrung im Fahrgast- und Produktmarketing der Deutschen Bahn sowie in der Marketing- und Mediaberatung im Publicis-Netzwerk mit Fokus auf europäische Versicherer, FMCG und Fashion gesammelt. Für meinen Master of Science habe ich mich dann auf ein internationales Programm mit Fokus auf interkulturelles Management an der Schnittstelle zwischen Business und IT an der Pariser École Supérieure d’Ingénieurs en Électrotechnique et Électronique beworben. Nachdem ich dieses nicht nur mit Auszeichnung, sondern auch mit fließenden Französischkenntnissen abgeschlossen hatte, war ich für die IT-Beratung CSC in Paris für Kunden im französischen öffentlichen Sektor tätig. Schließlich bin ich als SAP-Berater bei EY eingestiegen und darf mittlerweile als Manager eigene Teams und Mitarbeiter leiten.

In welchen Bereichen sind Sie bei EY konkret tätig?

Carsten Bojert: Ich leite Transformationsprojekte mit dem Schwerpunkt auf große Handels- und E-Commerce-Unternehmen. Hierbei liegt mein fachlicher Schwerpunkt unter anderem auf Logistik- und Finanzbuchhaltungsprozessen. Der Scope reicht von der gemeinsamen Konzeption zukünftiger Prozesse über die Unterstützung bei der Software-Auswahl bis hin zur Konzeption des Programmablaufs ganz konkreter Funktionen und zum Customizing beziehungsweise Einrichten des Systems – zum Beispiel, um eine neue Zahlart nahtlos in den Bestellprozess zu integrieren.

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An welchen innovativen Dienstleistungen arbeitet Ihr Team?

Carsten Bojert: Da gibt es zum Beispiel die Ausarbeitung unseres Beratungsangebots rund um Retail-spezifische Themen wie Omnichannel Effectiveness, bei denen es darum geht, wie Händler die Kundenerfahrung zwischen Online- und Offline-Welt so nahtlos wie möglich gestalten können. Auch Frictionless Retail ist ein Thema und damit die Frage, wie Händler neue Technologien am Point of Sale nutzen können, um das Kundenerlebnis zu verbessern. Des Weiteren erarbeite ich gerade ein Trainingskonzept, das unseren New Joinern einen Schnellstart in zukunftsweisende Themen wie SAP S/4HANA, Cloud-Anwendungen und SAP Leonardo gibt. Sie bekommen dabei auch das nötige Verständnis branchen- und technologieübergreifender Trends wie Blockchain, Robotic Process Automation und Digitalisierung. Damit die Mitarbeiter möglichst schnell in ihre neue Rolle als Berater oder Beraterin reinwachsen können, investiert EY viel in ihre Ausbildung. Ich bin zum Beispiel selbst Trainer für die intensive „Consulting Skills“-Woche. Darin haben unsere New Joiner die Chance, innerhalb von kürzester Zeit selbst ein „typisches“ Beratungsprojekt mit ihrem Team zu erleben. Dabei konzentrieren wir uns nicht nur auf die richtigen Methoden und Werkzeuge, die ein Berater kennen muss, sondern coachen insbesondere zu Themen wie beispielsweise Entwicklung von Teamdynamiken und effektivem Präsentieren. Die EY-Welt ist außerdem so groß und vielfältig, dass man zu jedem Thema einen hilfsbereiten Ansprechpartner finden kann.

Sie beraten auch Kunden aus ganz unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz von SAP-Produkten, um deren Geschäftsprozesse optimal zu unterstützen. Wie kann man sich die Zusammenarbeit in der SAP-Beratung konkret vorstellen?

Carsten Bojert: Mit dem Projektteam sind wir meistens drei bis vier Tage pro Woche vor Ort, um mit unserem Kunden an den gemeinsamen Deliverables zu arbeiten – zum Beispiel durch Workshops, in denen unsere Experten mit den Fach- und IT-Abteilungen des Kunden neue Prozesse erarbeiten, Risiken und Alternativen beleuchten und ableiten, wie etwa ein neuer logistischer Prozess von der Bestellung im Webshop bis zum Zahlungseingang durch die eingesetzten SAP-Systeme unterstützt und verbessert werden kann. In der SAP-Beratung muss jeder von uns dabei stets den Gesamtzusammenhang verstehen und hat in der Regel zusätzlich tiefe Detailkenntnis in einem der Funktionsbereiche, zum Beispiel in der Finanzbuchhaltung, im Controlling, in logistischen Prozessen, der Produktion, den Schnittstellen zu anderen Systemen und so weiter. Die EY-Teams arbeiten meistens standortübergreifend – so läuft viel Teamarbeit auch virtuell, zum Beispiel über Skype und Telefon- oder Videokonferenzen.

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Welche Skills sollten neue Kolleginnen und Kollegen für Ihr Team mitbringen?

Carsten Bojert: Wichtig für den Einstieg in der SAP-Beratung sind natürlich ein hohes Interesse an IT-Themen, die Kenntnis der gängigen Prozesse in einem Unternehmen und ein grundsätzliches Verständnis ihrer technischen Umsetzung in SAP-Produkten. Genauso wichtig ist es, dass man die passende Persönlichkeit mitbringt: Als Berater wird man immer wieder „ins kalte Wasser geschmissen“ und muss sich immer wieder in neue Projekte und Themen einarbeiten. Dadurch ist die Lernkurve sehr steil. Außerdem ist ein hohes Maß an Flexibilität entscheidend: Jeder von uns arbeitet regelmäßig vor Ort beim Kunden und in Teams, die aus Kolleginnen und Kollegen von ganz unterschiedlichen Standorten zusammengesetzt sind. Die Wochen, in denen ich während meiner Zeit bei EY einmal gar nicht verreist bin, kann ich noch an einer Hand abzählen.

Hat die innovative Infrastruktur bei EY – wie etwa das Digital Lab – Einfluss auf Ihre Arbeitsweise?

Carsten Bojert: Entgegen der Klischees, als Berater säßen wir den ganzen Tag vor Excel-Tabellen, verbringen wir einen großen Teil unserer Zeit damit, im Team komplexe Zusammenhänge zu entzerren und gemeinsam mit unseren Kunden geeignete Lösungen zu entwickeln. Als Berater sind wir immer dabei, wenn sich etwas im Unternehmen ändert. Dabei kann unsere moderne Infrastruktur helfen: In unseren wavespaces an großen Standorten weltweit führen wir zum Beispiel gemeinsam mit unseren Kunden Workshops durch und entwickeln, moderiert von methodischen EY-Experten und unterstützt durch moderne Technik, gemeinsam Lösungsideen für komplexe Probleme.

Welche Dinge sind Ihnen im Leben besonders wichtig und wie finden Sie privat den Ausgleich zu Ihrem Job?

Carsten Bojert: Mir ist es wichtig, jeden Tag etwas dazuzulernen, ohne Vorurteile an neue Situationen und Menschen heranzugehen und genug Zeit für meine Freunde und Familie zu haben. Außerdem mache ich regelmäßig Sport und fahre zum Beispiel, wann immer es geht, mit dem Rad ins Büro – der ideale Ausgleich zu meinem Arbeitsalltag. Am Wochenende liebe ich es, mir keinen Wecker zu stellen und so viel „Quality Time“ wie möglich mit meinen Freunden zu verbringen.

Sie haben Lust, gemeinsam mit EY Unternehmen zukunftsfähig zu machen und zu transformieren? Dann können Sie sich freuen, wenn Sie die folgenden Fragen haben:

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