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Eric Schmidt: Bis 2025 haben Chinas KIs den Westen überholt

WIRED Editorial 02.11.2017 Lesezeit 2 Min

Eric Schmidt ist ein Manager durch und durch, aber der Vorsitzende von Googles Mutterunternehmen Alphabet Inc. hat auch Ahnung von Nationaler Sicherheit. Und genau bei diesem Thema hat Schmidt jetzt ein bedrohliches Szenario für die USA und den Westen gezeichnet.

Schmidt steht dem nationalen Beratungsgremium für Innovationen im Bereich Verteidigung der USA vor. Im Rahmen einer Konferenz über Globale Sicherheitsfragen und Künstliche Intelligenz am Mittwoch hat er von einer baldigen Machtverschiebung beim Thema KI gewarnt. Schmidt sagte: „Ich gehe davon aus, dass unser Vorsprung noch für die nächsten fünf Jahre hält, dann wird China extrem schnell aufholen.“ Am Ende, so glaubt Schmidt, könnte der Westen abgehängt werden.

Das große Interesse Pekings am Thema Künstliche Intelligenz habe sich demnach bereits bei einem Kampf zwischen einem Computer und dem weltbesten Go-Spieler im chinesischen Wuzhen im Mai gezeigt. „Für mich war das Interessanteste, dass die Elite der Informatiker Chinas zu diesem Anlass auftauchte“, sagte Schmidt auf der Konferenz. Das zeige das große Interesse, das China in diesem Bereich hat.

Schmidts Warnung muss man dabei nicht zwangsweise militärisch verstehen. Viel mehr vermutet der Alphabet-Manager massive Auswirkungen auf viele gesellschaftliche Bereiche. Im Militär, bei Unternehmen und auf den Finanzmärkten.

Dass China die Forschung und den Einsatz von KI im Alltag dominieren will, hatte bereits ein brisanter Plan der Zentralregierung im Juli gezeigt. Der chinesische Staatsraat ließ damals verkünden: Bis 2030 wolle man seine technologischen Rivalen hinter sich lassen und eine nationale Industrie für KI aufbauen. Wert: 150 Milliarden Dollar.

Eric Schmidt hält diese Ankündigung für realistisch. „Bis 2030 werden sie die Industrie dominieren“, sagte er. Die Regierung Trump arbeite kaum gegen diesen Umstand. Der Präsident habe nicht massiv die Forschungsgelder für US-Einrichtungen beschnitten, auch der von Trump verhängte Travel-Ban, der auch ausländische Fachkräfte trifft, habe zu Hindernissen und zu einer Verlangsamung der Forschung geführt.