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Embark will Lkw-Fahrer durch Selbstfahr-Technologie entlasten

WIRED Staff 27.02.2017

Ein neues Startup für Selbstfahr-Trucks ist aus der Geheimhaltung an die Öffentlichkeit gegangen: Embark will Lkw-Fahrer nicht ersetzen, sondern auf langen Autobahntouren unterstützen. Die Erlaubnis für Tests auf öffentlichen Straßen im US-Bundesstaat Nevada hat das von Y Combinator gestützte Unternehmen bereits.

Die Trucks mit Embarks autonomem Fahrsystem sollen nur auf Highways selbstständig agieren. Sobald der Lkw abfährt und auf kleinere Straßen wechselt, übernimmt der menschliche Fahrer, berichtet Re/Code. Damit können sich die Entwickler, ganz ähnlich wie beim von Uber aufgekauften Konkurrenten Otto, auf den relativ unkomplizierten Verkehr auf der Autobahn konzentrieren, ohne Ampeln, Querverkehr oder komplexe Vorfahrtssituationen. Dies gibt den Entwicklern allerdings auch die Chance, ihr System schon sehr bald marktreif zu haben.

Die teilweise Automatisierung des Frachtverkehrs auf Fernstraßen soll die Leistungsfähigkeit einzelner Trucker steigern: Der Fahrer könnte auf dem Highway ausruhen und so längere Touren fahren und mehr Kilometer pro Woche abarbeiten. Im Video zeigt das Startup, dass der Truck das Steuer führt, ohne dass sich jemand im Führerhaus befindet:

Die Pläne zur Teilautomatisierung von Straßenfrachtverkehr zielen auf ein sehr konkretes Problem der US-Logistikbranche ab: In einem Statement sprach Embark-Mitbegründer Alex Rodrigues davon, dass unter Lkw-Fahrern in den Staaten bereits jetzt 100.000 Stellen unbesetzt seien und sich diese Knappheit mit dem Erreichen des Rentenalters durch die Generation der Baby Boomer im nächsten Jahrzehnt noch deutlich verschärfen wird.

Wann genau die ersten kommerziell genutzten halbautonomen Trucks über die Highways Nordamerika rollen und wann ähnliche Technologien auch hierzulande zum Einsatz kommen, ist noch nicht klar. Sicher scheint jedoch, dass diese Form der selbstfahrenden Technologie einfacher umzusetzen ist als ein Auto, das zwischen anderen Fahrzeugen, Fußgängern und Radfahrern durch den komplexen Stadtverkehr navigieren kann. Mit einem neuen Konkurrenten für das zuletzt von Waymo wegen Geheimnisdiebstahls verklagte Otto gibt es nun einen weiteren Spieler auf diesem Feld der Zukunftstechnologie.

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