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Ein Battle-Mech auf Amazon! Eigentlich zu schön, um wahr zu sein

Max Biederbeck 15.01.2015

Auf der japanischen Amazon-Seite ist ein riesiger Mech aufgetaucht, für weniger als eine Million Euro. Unser Redakteur Max Biederbeck rutscht deswegen schon seit einigen Stunden nervös auf seinem Schreibtischstuhl herum.

Superroboter sind ein bedeutender Teil meines Lebens. Ich erinnere mich noch genau an den ersten, und an meine großen Augen als Sechsjähriger: Der Megazord aus „Power Rangers“, der mit funkenschlagendem Schwert üble Riesenmonster zerteilte. Dann schaute ich zum ersten Mal die „Star Wars“-Filme und war fasziniert vom Kampf der Rebellen (und Evoks) gegen vierbeinige mechanische Giganten: Die ATATs sind heute aus der Popkultur nicht mehr wegzudenken.

So soll der Kampfläufer aussehen.

Ich lernte immer mehr dieser faszinierenden Metallriesen kennen: Die mit Atomraketen beladenen Metal Gear Rex und Metal Gear Rey in wilden Schießereien mit Agent Solid Snake. Die von Jugendlichen gesteuerten Evangelions, die Japan gegen monsterhafte Engel verteidigen mussten. Die Exosuits, die in „Matrix Revolutions“ von Horden an Killermaschinen überannt werden (ja, ich fand auch den dritten Teil gut). Und ich war irgendwie traurig, dass das alles immer nur Fantasy war. No longer. Wenn mir WIRED-Germany-Leser nämlich 120 Millionen Yen (etwa 870.000 Euro) spenden würden, dann könnte ich mir meinen eigenen Superroboter jetzt einfach kaufen. Auf Amazon.

Denn neben Büchern, Computerspielen und all diesem Normalozeug, hat der Online-Shop seit neustem scheinbar auch einen riesigen Mech im Sortiment. Mit dem Kuratasu Starter Kit, so verspricht das Angebot, könnte ich mir einen vier Meter hohen, von Menschenhand steuerbaren Mech auf vier Rädern selbst zusammenbauen. Das Ungetüm soll zehn Stundenkilometer schaffen und zwei Gatling-Guns dabei haben, die losgehen, wenn ich lache. Und eins ist sicher: Ich würde lachen, wenn ich in meinem eigenen Kampfläufer sitzen würde. So schnell würde mich im Stadtverkehr dann niemand mehr anhupen.

Okay, bevor ich wieder zu sehr in Träumerei verfalle: Es gibt leider diverse Haken. Das Unternehmen Suidobashi Heavy Industry verschickt den Mech lediglich in der Kanto-Region in Japan. Außerdem verlangt die Firma nur einige Euro für den Versand eines fünf Tonnen schweren Pakets. Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Und schließlich: Die neueste Technik kann Kuratasu auch nicht haben, denn zumindest das Werbevideo zum Mech scheint es schon seit einigen Jahren zu geben. Wie CNET schreibt, sind auch die User-Kommentare unter dem Angebot mehr als seltsam.

Vielleicht klappt es mit diesem Angebot nicht, vielleicht habe ich zu schnell und zu laut Hurra gerufen, aber das ist mir egal. Ich werde ab jetzt jeden Tag auf Amazon, eBay und Baidu klicken, bis es so weit ist — bis ich meinen eigenen Megazord besitze! 

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