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Diese Kettenreaktion dauert sechs Wochen und endet mit einem „Fuck“!

Max Biederbeck 28.10.2015

Bob Partington mag es, wenn Leute lange zuschauen. Der Tüftler erinnert ein wenig an Doc Brown aus „Zurück in die Zukunft“, verbringt Stunden in seiner Werkstatt in Brooklyn. Er klebt, nietet und lötet, um das Leben ein wenig umständlicher zu machen. Gerade erst hat er die langsamste Kettenreaktion der Welt gebastelt — und sie ist genial.

Bob Partington ist so erfolgreich, dass er seit dem vergangenen Jahr sogar in einer eigenen Show im US-Fernsehen werkeln darf. In seinen Erfindungen geht es um simple Fragen: Wie kann man ein Ei sauber in eine Pfanne schlagen? Während andere Ingenieure das alltägliche Leben einfacher machen wollen, mutiert es bei Partington zur Wissenschaft. „Ich baue Maschinen, die Kettenreaktionen erzeugen, das heißt ein Gegenstand schlägt gegen einen anderen, der wiederum löst den nächsten Effekt aus und so weiter. Und irgendwann knackt man dann die Schale“, erklärt er.

Einen solchen Versuchsaufbau nach dem Domino-Effekt nennt man Rube Goldberg Machine. Ihren Namen hat sie von dem amerikanischen Cartoon-Zeichner, der sie erdacht und damit in die weltweite Popkultur eingeführt hat. Der Hintergedanke: Das Anpusten eines Balls kann eine Kettenreaktion zur Folge haben, die auf der anderen Seite des Planeten eine Explosion auslöst. Chaostheorie sozusagen — und Partington ist diese Woche ihr Meister geworden. Fast.

Sein neuster Versuchsaufbau dauerte sechs Wochen, drei Tage, sieben Stunden und zwei Minuten. Es ging darum, einen Golfball einzulochen, und zum Glück zeigt Partington per Zeitraffer, welchen Weg die kleine Kugel dabei zurücklegen musste. Ohne das YoutTube-Video zu spoilern, nur soviel: Schmieröl spielt dabei eine Rolle, eine Schildkröte, Zitroneneis und wachsendes Gras.

„Ich brauchte wahnsinnig viel Planung, wenn nur irgendwas schief gegangen wäre bei dem Time-Lapse-Video, hätte ich nach drei Wochen filmen wieder ganz von vorne anfangen müssen“, sagt Partington. So ein Pech, dass kurz vor Schluss wirklich etwas schiefgegangen ist. Das macht die ganze Aktion für den Zuschauer aber noch lustiger — der hat ja immerhin schon ziemlich lange auf die Pointe warten müssen. 

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