/Mobility

In Kalifornien reden jetzt smarte Autos miteinander

30.03.2016 Lesezeit 2 Min

In einem Straßentest sollen Autos im kalifornischen Sunnyvale elektronisch miteinander kommunizieren, um Unfälle zu vermeiden. Das System könnte bei Erfolg in den USA für Neuwagen verpflichtend werden und auch selbstfahrende Autos noch einmal deutlich sicherer machen.

Die Idee hinter der Car-to-car-Technologie ist einfach: Jedes Fahrzeug erzeugt eine Funkblase von einigen hundert Metern, innerhalb derer es seine Geschwindigkeit, Fahrtrichtung und andere Daten anderen Autos mitteilt. So können auch Unfälle vermieden werden, die mit den Sensoren von selbstfahrenden Automobilen bisher nicht zu verhindern werden, Auffahrunfälle oder Zusammenstöße an blinden T-Kreuzungen etwa, schreibt MIT Technology Review.

Das Testprojekt läuft in einer Zusammenarbeit des Autoherstellers Nissan, dem Technik-StartUp Savari und der Universität Berkeley und nennt sich V2X. Dabei kommunizieren die Fahrzeuge nicht nur untereinander, sondern auch mit Sensoren am Straßenrand — zunächst werden auf dem knapp zwölf Quadratkilometer großen Testgebiet drei Kreuzungen mit entsprechenden Geräten ausgestattet. Außerdem sollen Systeme an Ampeln den Fahrzeugen jederzeit mitteilen, wie die Verkehrslage vor Ort ist. Bereits in den Jahren 2012 und 2013 hatte es Tests mit einem ähnlichen System in Ann Arbor im Bundesstaat Michigan gegeben, allerdings mit anderen Beteiligten.

Wie EETimes berichtet, ist V2X bereits seit mehr als einem Jahrzehnt in der Entwicklung. Hindernisse, die noch aus dem Weg zu räumen sind, bestehen neben der Rechtslage in der verwendeten Übertragungstechnologie: Schon 1999 hat die US-Verkehrsbehörde eine Frequenz für intelligente Transportsysteme reserviert — neuere Frequenzen wie etwa LTE oder 5G würden aber die kommerzielle Nutzbarkeit erhöhen und so die Erfolgschancen des Systems steigern.

Das Potenzial von V2X liegt nicht nur in der besseren Koordination von selbstfahrenden Autos, sondern auch in der Unterstützung menschlicher Fahrer: Der Fahrzeugcomputer könnte zum Beispiel seinen Besitzer vor Baustellen, stockendem Verkehr oder Straßenschäden warnen, auf die vorausfahrende Autos bereits gestoßen sind. Auch ein Bremsassistent, der automatisch auf ein Bremsmanöver des Vordermanns reagiert, dürfte Unfallzahlen kräftig senken können.