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Roboter sollen die Grenze zwischen Nord- und Südkorea schützen

Michael Förtsch 29.12.2016

Roboter-Anzüge kennt man eigentlich eher aus Anime- und Science-Fiction-Filmen. Geht's nach einer koreanischen Firma könnten bemannte Mecha aber bald an der Grenze zu Nordkorea patrouillieren. Bereits 2017 sollen die ersten mechanischen Wächter einsatzbereit sein.

Im Science-Fiction-Epos Avatar: Aufbruch nach Pandora kämpft der Held Jake Sully in einer beeindruckenden Szene gegen den Söldner Miles Quaritch. Letzterer sitzt dabei im verglasten Cockpit eines MK-6 Amplified Mobility Platform genannten Roboter-Anzugs. Die südkoreanische Firma Hankook Mirae Technology hat nun ein reales Mecha-Exoskelett vorgestellt, das dem Filmgegenstück verblüffend ähnlich sieht. Die Entwicklung des Method-2 getauften Roboters soll bislang 190 Millionen Euro gekostet haben. Der Vier-Meter-Koloss kann sowohl von einem Menschen auf dem Pilotensitz im Rumpf gelenkt als auch mit einer Fernsteuerung geführt werden und dabei ohne Stützen auf zwei Beinen marschieren und die Arme bewegen.

Dabei ist der Method-2 derzeit aber noch nicht wirklich unabhängig und agil, sondern stetig zur Stromversorgung mit einem dicken Kabelstrang verbunden. Auch sind die Schritte noch kurz und wirken unsicher. „Dieser Roboter ist ein Jahr alt“, sagt Yang Jin-Ho, Chef der südkoreanischen Firma. „Wie auch wir Menschen wird er in den kommenden Jahren aber fähig sein, sich frei zu bewegen.“ Insgesamt 30 Ingenieure sollen an dem 1,5-Tonnen-Gerät gearbeitet haben, an dessen Konzeption und Gestaltung auch der Designer Vitaly Bulgarow beteiligt ist, der unter anderem fiktive Waffen und Science-Fiction-Vehikel für Hollywoodfilme wie Ghost In The Shell, Terminator Genisys und Robocop gestaltet hat. 

Bereits 2017 sollen erste Exemplare des Method-2 zum Preis von 7,95 Millionen Euro zum Kauf angeboten werden. Als Einsatzgebiet sehen die Entwickler „extrem gefährliche“ Umgebungen. Unter anderem, so wird vorgeschlagen, könnten Soldaten in diesen Robo-Anzügen entlang der demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea patrouillieren. Ebenso könnten sie aber auch in Fabriken und im Baugewerbe als Lastenträger helfen oder auch zu Marketingzwecken benutzt werden. Kaufanfragen gäbe es angeblich schon zu genüge. Für die koreanischen Entwickler ist der Method-2 allem voran eine Basis für die Zukunft. Langfristig hoffen sie nämlich, Roboter von „jedem Typ und jeder Größe zu bauen“. 

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